ARHIVSKI VJESNIK 1. (ZAGREB, 1958.)

Strana - 326

terinen dem Parteitage anwohnte, glaubte die Gleichberechtigung der Frauen für ihr Geschlecht in längerer, schwulstiger Rede vindiciren zu sollen und stellte auch eine diesbezügliche Resolution, die selbstverständlich vom Partei ­beschlossen wurde. Strafvertheidiger Camber erinnerte, dass demnächst die Wahlen des Vor­standes der hiesigen Bezirkskrankencassa, Pugliese (Isola), dass im Jahre 1898 die Gemeinderathswahlen in Isola stattfinden werden. Beide empfahlen den Congressisten und der Parteileitung dringendst sich um diese Wahlen gewissenhaft zu bekümmern, um womöglich auch in diesen Institutionen Fuss fassen zu können. Uber den VI Punkt der Tagesordnung — Parteipresse — referirt der Schrift­setzer Karl Ucekar. Er führt an, dass in Triest als anerkanntes Partei-Organ nur das von der Parteileitung herausgegebene Blatt »II Lavoratore« fungirt. Um socialdemo­cratische Angelegenheiten hätte sich auch der »L' Avanti« bekümmert, allein derselbe sei Organ der programmwidrigen nationalen Socialdemocraten und gleichsam ein Köder um die Arbeiter der liberalen Partei zuzuführen und derselben botmässig zu machen. « Bezüglich der gleichfals in Triest erscheinenden slovenischen Journale »Dela­vec« und »Svoboda« lehnt Ucekar jede Ingerenzname ab, und hebt hervor, dass sie von der~ jugoslavischen Parteileitung in Laibach abhängen. Ucekar spricht den Wunsch aus, dass das Parteiorgan »II Lavoratore« ehebal­digst zum Tagblatte umgestaltet werde, da dies jedoch vorläufig wegen Mangels der erforderlichen Mittel nicht thunlich erscheine, so schlägt er die in weiterer Anlage in Abschrift mitfolgende Ordnung für das Journal vor, welche auch angenommen wird. Im Gegenstande proponirt Gerin ausserdem, dass kein Blatt mit socialdemo­cratischen Programme begründet werden dürfe, ohne die provisorische Geneh­migung des Parteisecretariates und die definitive Anerkennung seitens des Regional-Parteitages. Auch diese Motion wird zum Beschlüsse erhoben. Camber (Triest), Lazzari (Spalato) und Carolina Ucekar (Gattin des Präsi­denten Carl Ucekar — Triest) bedauern von Domocos und Salviati unter­stützt, dass der Lavoratore nich täglich erscheinen könne und stellen die in dem weitern Anschlüsse wörtlich wiedergegebene Resolution, die vom Parteitage gutgeheissen wird. Zu dieser Resolution verlangt die sich auch mit journalistischen Arbeiten be­fassende Mathilde Bortoluzzi, dass eine ausschliesslich der Frauenfrage gewidmete Rubrik im Journale zur Verfügung gestellt werde. Lazzari (Spalato) theilt mit, dass man sich in Dalmatien mit dem Plane zur Gründung eines zweisprachigen (italienich und serbokroatisch) Jour­nals herumtrage, einem Ansinnen, welchem sich Gerin entschieden entgegen­stellt; vielmehr empfiehlt Letzterer die Verbreitung des schon bestehenden Lavoratore, der zur Aufnahme von Correspodenzen aus Dalmatien ja ver­fügbar sei. In den Ausschuss für das Blatt werden als Eigenthümer und Herausgeber An­ton Borri, Richard Camber, Anton Gerin und Carl Ucekar gewählt und Richard Camber zum verantwortlichen Rédacteur bestellt. Bei VII. Punkte der Tagesordnung »Eventuelles« ergreift Ludwig Domocos das Wort, um den Parteitag auf die moralischen und materiellen Nachtheile, welche der Militarismus nach sich zieht, aufmerksam zu machen. Die Socialdemocratie in Triest habe alle einschlägigen Fragen bereits sehr erschöpfend behandelt, nur dieser Frage gegenüber sei sie bisher indifferent geblieben. Er beantragt daher, dass demnächst eine öffentliche, allgemein zugängliche Versammlung einberufen werde, in welcher über diese Fragen discutirt werden soll. Der Parteitag genehmigt diesen Antrag. — 326 —

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