ARHIVSKI VJESNIK 1. (ZAGREB, 1958.)

Strana - 186

von Trebinje und eine Feldhaubitzbatterie vom Küstenschutz Dalmatien Süd nach dem Kriegshafen dirigiert. Mit diesen Marschkompagnien und den wenigen im Kriegshafen befindlichen Landkräften wurde im Laufe des 1. und 2. Feber die meuternde Marinelandmann­schaft bed Kumbur und Gjenović durch eine Aufstellung einerseits östlich von Ze­lenika und anderseits westlich Baošić abgeschlossen, sowie sämtliche artilleristischen Marinepositionen am Lande, dann die Marine-Radiostation besetzt. In der Folge er­folgte am 3. Feber die Verhaftung von etwa 500 Meuterern und Unverlässlichen, wo­von, wie bereits gemeldet, 43 standrechtlich behandelt wurden und vom Reste ca. die Hälfte dem ordentlichen Verfahren unterzogen wird. Die restlichen Unverlässlichen werden vom Flottenkornmando aus dem Kriegshafen abzuschieben sein. Laut eben eingelangter Meldung wurden im Standrecht vier zum Tode, einer zu 10, einer zu 5 Jahren Kerker verurteilt, zwei freigesprochen und gegen übrigen 32 wird auch ein ordentliches Verfahren stattfinden. Die Meuterer verlangten sofortigen Frieden und sofortige Entlassung, mischten dann auch Klagen wegen Schlechter Verpflegung und wenig Urlaub ein. Zu beginn der Meuterei gaben sie drei blinde Schüsse vom St. Georg ab. Ein scharfer Schuss in die Luft soll von einen anderen Schiffe abgefeuert worden sein. Hurrahrufe wur­den am ersten und zweiten Tage wiederholt als Zeichen der erfolgreichen Bewegung ausgebracht, die dann nach und nach verstummten. Die Küche der Offiziersmesse am St. Georg wurde demoliert, das Essen aus die­ser in die Mannsc^affetöpfe geworfen und Einheitsküche für Offiziere und Mann­schaft verlangt. Wie immer Böses auch Gutes im Gefolge hat, so erklärten mir bei meiner Inspi­zierung am 7. Feber die Admirale und auch die anderen Offiziere, mit denen ich sprach, die Flotte im Kriegshafen sei nach Ausschiffung der Meuterer jetzt besser wie früher. Nach ihrer Ansicht wäre die Luft jetzt rein, was sie auch durch bitten von Mannschaftsdeputationen, gegen den Feind geführt zu werden, bekräftigten. Die Haltung des Offizierskorps war eine tadellose. Es musste sich eine grosse Reserve auferlegen, da es sonst unbedingt zu einem überflüssigen Blutvergiessen ge­kommen wäre, ist aber im richtigen Momente mit völler Energie auf die ihm ge­bührenden Plätze gezogen und hat die Mannschaft wieder zur Treue gebracht, was das Gras der Mannschaft mit Hurrahrufen auf Seine Majestät quittierte. Die meisten höheren Marineoffiziere sind mir noch von Pola her bekannt, es sind dies tüchtige Männer, die mit ihren Offizieren schwere Stunden durchgemacht haben, und ich bin überzeugt, dass sie, nachdem sie jetzt Lehrgeld gezahlt haben, umso besser und mit offeneren Augen auf ihrem Posten sein werden, als vorher. Ich wäre nicht für ihre Ablösung, schon um die Autorität der Offiziere gegenüber der Mannschaft, zu wahren und nur für den unumgänglich nötigen, sukzessiven Aus­tausch, falls das Flottenkommando, welches die Herren besser kennen muss als ich, dies für notwendig erachten würde. So Unangenehm es mir ist, dass die deutsche U-Bootstation Zeuge der Vorfälle war, so muss ich dennoch pflichtgemäss den grossen Takt und die grosse Reserve des — 186 —

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