ARHIVSKI VJESNIK 1. (ZAGREB, 1958.)

Strana - 184

und an das Armee-Oberkommando vorgelegt habe, zur ausschliesslich persönlichen Kenntnisnahme zu übermitteln. Dank dem braven Verhalten der Landtruppen und dem energischen Eingreifen aller Kommandanten hat das tief bedauerliche Ereignis zum Glücke gut geendet. Das Armee-Oberkommando akzeptierte meine Vorschläge und ich hoffe zuver­sichtlich, dass sich die Verhältnisse zum Bessern wenden. Ich habe durchgesetzt, dass mir, beziehungsweise dem Kriegshafenkommando die in der Bocche befindlichen See­streitkräfte vorübergehend unterstellt werden und habe mir erbeten, sie zu einer Aktion gegen den Feind zu veranlassen, welche die Spuren der Meuterei am besten verwischen wird. Die insgeheim betriebene tschechisch-südslavische Beeinflussung der Bevölkerung und der Fronttruppen kann noch sehr arge Folgen haben, wenn ihr nicht sofort mit grösster Energie entgegengetreten wird. Vorderhand ist davon nichts zu verspüren, obwohl ich aus den Reden der beiden Ministerpräsidenten einen Anlauf hiezu zu entnehmen glaube. Ich persönlich halte die südslavische Agitation für gefährlicher als die tschechische. Was in Kroatien in neuen Presserzeugnissen und in Beeinflussung der Jugend vor sich geht, erinnert an die Zeit unmittelbar vor dem Kriege. Ich erlaube mir, ein Exemplar der »Drau« vom 7. 2. 1918. vorzulegen, welche im Leitartikel diese Verhältnisse sehr zutreffend beleuchtet. 1 ) Das Armee-Oberkommando hat den von mir im Telegramm beantragten Aus­tausch der dalmatinischen Bataillone im Kriegshafen bereits bewilligt. Heute erhalte ich auch eine Meldung aus Mostar, wonach es beim Regimente 22 zu argen Ausschreitungen kam und mehrere Rädelsführer verhaftet wurden. Ich möchte EUERE EXZELLENZ sehr bitten, gelegentlich mit den beiden Mi­nisterpräsidenten über diese tsohechisch-südslavische Agitation zu sprechen und ihnen rasches und energisches Eingreifen anzuempfehlen. Aus aufgefangenen russischen Radiotelegrammen des Volkskommissariates habe ich das Gefühl — trotz anderer vielleicht gegenteiliger Anschauungen —, dass diese Kommissäre im Vereine mit der Entente arbeiten und dass sich- bei ihrem Kampfe gegen uns nur um eine neue Kampfmethode handelt: um die Revolutionierung der Zentralmächte, da Russlands Truppen ausgespielt haben. Genehmigen EUERE EXZELLENZ den Ausdruck meiner vorzüglichsten Hoch­achtung, mit welchen ich verbleibe. BILJEŠKE: 1) Misli se na uvodnik pod naslovom »Südslavische Stänkereien in Osijek. Brief aus Kroatien.«, u kome se alarmantno pise o: financiranju jugoslavenski orijentirane štampe, koja da »inficira« oso­bito đačke duše; proslavi jubileja Iva Vojnovića; đacima koji nose srpske kokarde i izvikuju »Es lebe Gross — Kroatien«, »Es lebe König Peter«; policija koja da tolerira poklike »2ivila Srbija« — »2ivila Italija«, i t. d. — 184 —

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