K. K. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale 4. (Wien, Leipzig 1899)

Bericht des obderennsischen Landesausschußes über die Reorganisirung des landschaftlichen Archives und die Errichtung eines ober-österreichischen Landes-Archives

130 Ober-österreichisches „Die zahlreichen Urkunden müßen aus den Acten ausgeschieden, sorgfältige Regesten dazu verfasst und die Urkunden selbst in den eigenen Kästen chronologisch hinter­legt werden. Kommen zu den vorhandenen, was doch nur eine Frage der Zeit ist, die 10—20.000 Stücke Urkunden des Museal-Archives und jene der Stadt- und Markt-Archive, so erfordert ihre Regestirung und Ordnung eine geradezu aufreibende Thätigkeit. „Die neueren Druckschriften, ferner die dem Landes- Archivar gehörige Handbücherei, letztere über 400 fl. werth und bei dem großen Mangel an historischen Hilfsbüchern für die neue Anstalt geradezu unentbehrlich, werden im Arbeitszimmer aufgestellt und bedürfen gleichfalls eines ausführlichen Zettel-Cataloges. In den ebenerdigen Räumen kommen die sogenannte alte Registratur (1790—1812) nebst deren Index-Bänden, dann viele Zeitungen, Schematismen etc. zur Aufstellung. Außer diesen Ordnungsarbeiten, die den Fleiß vieler Monate erfordern, hat der Landes-Archivar nach dem vom hohen Landtage genehmigten Organisations- Statute folgende Bücher zu führen: a) ein Tagebuch über den Ein- und Auslauf; b) ein Benützungs-Protocoll; c) ein Protocoll über die amtlich und nicht-amtlich entlehnten und versendeten Archivalien; d) ein Zuwachsverzeichnis über neue Erwerbungen; e) ein Journal über Einnahmen und Ausgaben. „Der Landes - Archivar muß ferner die ganze Corre­spondenz mit Behörden und Privaten führen, die Concepte mundiren und eine eigene Amts-Registratur anlegen. Da er keine Hilfskraft hat, sind auch nicht selten Abschriften von Archivalien durch ihn zu machen, Ausfertigungen an Parteien, Arbeiten, die oft sehr umfangreich sind. „Sehr viele Zeit nehmen die Benützer des Archives in Anspruch. Seit März 1875 bis August 1896 wurde das Landes-Archiv von 356 Personen besucht, von denen viele Gelehrte, Forscher, Private oft wochenlang hier arbeiteten

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