K. K. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale 4. (Wien, Leipzig 1899)

Bericht des obderennsischen Landesausschußes über die Reorganisirung des landschaftlichen Archives und die Errichtung eines ober-österreichischen Landes-Archives

124 Ober-österreie.hisches Acte specialisirt. Die Regesten bis 1300 sind schon 1867 in Bandform redigirt worden, jene nach 1300 aber noch in elf Cartons untergebracht. „Die Aufbewahrung der Urkunden ist dem Central- Archive des Deutsch-Ordens in Wien entlehnt. Sie vereinigt die Sicherheit mit leichter Übertragbarkeit und ermöglicht rasches Finden und Ausheben. Sie ist übrigens in ihrem vollen Werthe eigentlich nur dort anwendbar, wo eine ein­heitliche Ordnung thnnlich ist. Diese bedingt, dass die gesammte Urkundenreihe einen geschlossenen, möglichst nach der Chronologie gegliederten Körper bilde, dessen Einzelstücke, von 1 anfangend, die ganze Folge hindurch numerirt werden. „Zur Aufnahme der Urkunden dienen zweiflügelige sperrbare Kästen, deren Höhe 2'26 m zu 0 35 m Tiefe und P35 m Breite beträgt. In denselben befinden sich fünf Ab­theilungen übereinander, jede so groß, um ein Kistchen von 0-39 m Höhe, 1*25 m Breite und 0'23 m Tiefe zu fassen. Die Kistchen werden so eingestellt, dass der Kistendeckel gegen die Kastenöffnung sich kehrt und bei der Öffnung sich herablegt. Geöffnet zeigt ein Kistchen acht gleiche Felder, je vier übereinander. Werden in jedes Feld, wie für Originale gewöhnlich hinreichend, 25 Numern ein­gestellt, so fasst ein Kistchen 200, und ein Kasten hält somit 1000 Numern. Auf den Kästen sind Zettel angeklebt, welche die Numern der darin enthaltenen Urkunden an­geben, und ebensolche Zettel sind auch auf den Kistchen. „Kistchen und Kästen sind verschließbar. Erstere sind leicht zu übertragen, zu welchem Zwecke sie am Deckel mit einer Handhabe versehen sind, und dadurch, dass die Hüllen der Documente an Boden und Decke der Felder rühren, gerathen die Urkunden dabei nicht in Unordnung. Der Preis eines Kastens oder besser, da ihm die über- flüßige Rückwand fehlt, der Preis eines kastenartigen Ge­stelles ist in Graz 15 fl., eines Kistchens dagegen 4 fl., wobei das Anstreichen und die Schlosserarbeit eingerechnet ist.

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