K. K. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale 2. (Wien, Leipzig 1894)

Die Einrichtung eines Archives bei der k. k. Statthalterei in Nieder-Österreich

bei der k. k. Statthalterei in Nieder-Österreich. 251 eingehende technische Untersuchung die Adaptirbarkeit der betreffenden Ubicationen für Archiv - Zwecke mit voller Sicherheit dargethan war. In Verwendung genommen sollten zunächst werden die sämmtlichen Kellerräume in der ganzen Flucht der Herrengasse und von da um die Ecke bis drei Fenster weit in die Regierungsgasse, ferner ein Raum gegen den ersten Hof des Statthalterei-Gebäudes, endlich ein die sämmtlichen Räume verbindender Corridor. Es sind dies durchwegs gewölbte Räume, mit einer Gesammtbodenfiäche von 342 m2; der Fußboden liegt im Mittel 3-15m unter dem Straßenniveau, und die Höhe der einzelnen Zimmer bis zum Gewölbscheitel beträgt zwischen 3'75 m und 4'70 m. Die Zufuhr von Luft und natürlichem Lichte erfolgt in den Räumen längs der Herren- und Regierungsgasse durch Keller­fenster mit einer lichten Weite von etwas mehr als 1 m8; in dem Zimmer gegen den Hof wurden, da hier der erforder­liche Raum zur Verfügung stand, die vorhandenen Keller­fenster zu geräumigen Lichteinfallschachten ausgearbeitet. Eine besonders wichtige Aufgabe bei der vorzu­nehmenden Adaptirung bestand darin, die Räume voll­kommen trocken zu machen und für die Zukunft gegen das Eindringen weiterer Feuchtigkeit zu schützen. Zu diesem Zwecke wurde der alte Maueranwurf bis auf die Ziegel durchwegs abgeschlagen und durch einen neuen aus Cementmörtel ersetzt. Dann wurden die Wände, und zwar die äußeren der Erdfeuchtigkeit direct ausgesetzten bis über das Niveau, die inneren bis zur Höhe eines Meters mit einer Isolir - Schichte nach dem Systeme Haumann (Kautschukmasse) überzogen, dann neuerlich mit Cement­mörtel angeworfen, fein verputzt und gefärbelt. Der be­stehende Fußboden wurde aufgerissen, die vorhandenen Dielen oder Ziegel entfernt, hierauf die Erde bis auf 15 cm Tiefe ausgegraben und durch eine ebenso dicke Beton­schichte ersetzt. Auf diese folgt dann wieder eine Isolir- Schichte nach dem schon genannten Systeme und weiters eine Schichte absolut trockenen Schuttes, in welche die zur

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