K. K. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale 2. (Wien, Leipzig 1894)
Mitgetheilt von Dr. Karl Lechner: Die fürst-erzbischöfliche Bibliothek zu Kremsier
214 Lechner Jahren erfolgt zu seiD. Die am 7. April 1691 ausgestellte Schenkungs - Urkunde über seine gesammte Hinterlassenschaft sendete er am 25. Juli 1691 an das Domcapitel ein, welches in seinem Dankschreiben vom 27. Juli den richtigen Empfang aller Inventare, excepto Nr. 8uo’ Bibliothecae nempe Indice, bestätigte, worauf Bischof Karl unter dem 31. Juli zur Antwort gab, dass der Bibliotheks-Katalog wegen der durch die steten Neuanschaffungen sich ergebenden Eintragungen hier nothwendig sei. Dieses Bücherverzeichnis hat sich im f.-e. Archiv (dermalen ohne Signatur) erhalten und führt den Titel: Cathalogus Librorum, qui in Suae Celsitudinis Episcopi Olomucensis Bibliotheca reperiuntur. Conscriptus die 9. Aprilis 1691. Der Papierband (kl. Fol.) ist von Blatt 40 an von einer Hand geschrieben, die auch auf den ersten 59 Blättern 21 Nachträge eingeti-agen hat. Titel, Format und Bändezahl werden angegeben, Manuscripte und Doubletten werden in der Regel als solche bezeichnet. Die erste Eintragung lautet: Abrahami a S: Clara, Prophetischer Willkum, in 4°, die letzte: Anicii Manlii Torquati Severini Boethii de consolatione libri 5. Aus nachfolgender Tabelle ist die Gliederung der Bibliothek in die einzelnen Classen und die Bändezahl (Doubletten sind den Zahlen übergeschrieben) ersichtlich. Während einerseits die Anschaffungen noch fortdauerten, fundirte Bischof Karl von Liechtenstein anderseits unter dem 14. Mai 1694 ein Capital von 10.000 fl. Rh. zu 5% halbjähriger Verzinsung, von dessen Ertrag der Biblithekar für seine Mühewaltung (er hatte unter anderem zweimal in der Woche von 9—11 Uhr Vormittags und von 2—4 Uhr Nachmittags Bibliotheks-Stunden zu halten und den Katalog zu führen) jährlich 60 fl. Rh. erhalten sollte, während die übrigen 440 fl. für Neu - Anschaffungen und Einbände verwendet werden sollten (Urkunde bei Dudik). Nebst anderen Geldern wurde dieses Capital unter dem 26. Mai 1694 an Grafen Franz Karl Von Liechtenstein, Besitzer von Pern- stein, Blauda, Wartenberg, Hertwigswald und Malenovic