Katsányi Sándor - Nagy Dezső: A ceglédi könyvtárügy története (Budapest, 1961)
A ceglédi könyvtárügy története 427 über Buchbestände und Leihmethoden dieser Bibliotheken. Auch Leihbibliotheken wurden in dieser Zeit eröffnet, die aber meistens nur engeren Kreisen die damals beliebte Bestseller-Literatur zugänglich machten. Bis 1919 galt die Ende des vergangenen Jahrhunderts gegründete Bibliothek des Gymnasiums als die wichtigste. Sie hatte einen Bestand von einigen tausend Büchern und stellte seinerzeit die einzige wissenschaftliche Bibliothek dar. Zur Zeit der Räterepublik des Jahres 1919 wurden ernsthafte Versuche zur Gründung einer städtischen öffentlichen Bibliothek gemacht: die Bücher der Stadt wurden gesammelt und man dachte sogar an unentgeltlichen Verleih dieser Bücher, wie auch an die Möglichkeit sie an Ort und Stelle zum Lesen zur Verfügung zu stellen. Nach dem Sturz der Räterepublik wurden die Bücher den verschiedenen Vereinen zurückgestellt. In der Zeitspanne von 1920 bis 1944 machte sich die reaktionäre Tendenz des Horthy-Regimes auch im Bibliothekswesen fühlbar, aber die 1919 angeregten Schritte konnten nicht mehr rückgängig gemacht werden: die Stadtbibliothek entstand, sie mußte aber mit ihrer geringen Bücherzahl ständig ihr Heim wechseln. Nach der Befreiung des Landes öffneten sich für die Entwicklung der öffentlichen Bibliotheken neue Perspektiven. Nach wechselnden strukturellen Formen ist nun eine umfassende Organisation ins Leben gerufen worden, die nicht nur die Buchversorgung der Stadt, sondern auch der ganzen Umgebung betreut. Die Zahl der Leser steigt vonTag zu Tag: 1959 wurden 2 654 Lesern annähernd 70 000 Bände geliehen. 5*