Bizalmas Értesítések 1929. január-december
1929-08-10 [1473]
/-/ P r a g , 3,0. August /Ung.Tol.-Korr.-Burcau/ Die üragor Presse schreibt über den irtikel des HnisterpraesidentenGráfen '' Bethlen in der Wianer Zeitschrift "Das Neue Európa": • Ministerpraeisdent Bethlen behauotet, dass es zwischen den Staaten der Heinén Entente militaerische Oíf ensiwertraege gebe , Wenn man darauf neugierig ist, wo Ministerpraesident" • Bethlen die Exi stenz dies#r Vertraege festrestellt hat, erfaehrt Bsn, dass iiber diese Vertraege die Spatzen von Daechern pfeifen und diese" Kombira tionén welche nur für Zeitungén, die die ( b 'uel±en"für ihre 'Informationén in zweifelhaften Paelscherwerkstaetten á la Orlow in Berlin suchen, sind für den Author, weloher alá Staatsmann angesehen wird, ein Argument,an das er die ungarischen Einwaende gegen den Kellogg-^akt knüpft und mit dem er seine P o_itik gegen Üjdje Kleine Entente begrundet. 3 p kanntlich hat die Kleine üntente niemals die Gründe für ihr Satstehen verdeckt urd ihre vertrageliche Pundamente nienals verheimlicht. Die Vertriege, welche die Kleine Ententebiliden, sind beim Völkerbund registriart. Hiar ist die defensive Natúr der Zleinen x Entente mehr als deutlich ausgespr ochen und mögen auch die internen Abmachuiren über die Durchführujg der Vertraege nicht an alxen Ecken e-klaert worden sein, so bericiitig* dies selbst den Ministerpraesidenten Gráf Bethelen noch " nislit, síu . darauf zu berufen, dass es die Spatzen von' den Daechern "pfeifen, Der Vertrag- , welcher diase Staaten zur Abwehr gegen eventueile üngriffe von seiten Ungarns, welches mit Gewalt den Érieden stören sollte, bindet, kann und wird nicht ein Ungarn tangieren, von dem Gráf Bethlen behauptet, dass es íriedenswillen hegt. Der Vartrag k handelt von der rlöglichkeit eifjes unprovozierten Angriffes. El-, friedliches Ungarn will doch und kann nicht angreifen und braucht sich deshalb nicht aufzuregen. ~ : * r Ministerpraesident Bethlen „joduziert die Ansicht Chamberlains, dass fur Érieden . «• und Sicíieriieit von grösster Bedeutung die Schiedsvertraege sein könnten, und sagt, dass Ungarn derartige Vertraege bereits abges, lossen hat, jodocn nicht miieden Staaten dor Kleinen Sntente,_ was auf die Existenz dor früher erwaehnten Ábmachungon zurückzuf ühren-ist, die angeblich auch ein offensives Vorgehon gegen Ungarn zulasse, ¥er sich vergegenwaertigt, dass die gehei"'<en Offensivvertraege gegen Ungarn eine blosse Erf inghing sind und nicht übersieht, dass gerade ein Ab^ehrvertrag in einem konkréten B a hmen den gleichen Sinn hat, wie der Haager Schiedsvertrag, wird sete er glauben'können, dass Béfthlens Bedingungen mehr sein könnten als eine Ausrede. Gráf Apponyi war sicherlich aufrichtiger als er sich im Jahre 1924 im" Namen Ungarns gegen' das Haager Protokoll stellte und als er sich im vergangee nen und vorvergangenen Jahre in J. Genf gegen ein jedes Sicherheitsarrangement wehrte, welcnes Ungarn wenigstens moralisch zu einem ubereinkommen mit seinen Nachbarn gezisungen haette. Wenn Gráf Bethlen vom íriedenswillen Ungarns' redet und von den Voraussetzurgan für áine V e rstaendigung mit den Nachbarstaaten, d^nn soll er begreifen, dass er diesen Priedenswiilen beweis'n und auch Ungarn diese Voraussetzangen schaíien muss. Dies bedeutet, dass man mit den neidischen Kampagnen gegen die Naonbarn aufhören muss, mit der Bedrohung ihrer Integritást durch wirklich oiiensiven Aspirationen, mit der Infizierung der ganzen öffentlichen • Meinung. Ungarns und des ganzen Volkes mit Hass gegen die Nachbarn aufhören mupp Tenn der üngarisene 'sxa-atsmahn seinen wir KI icnen í'rieűenswíiieh bewSisen will, dann sollte er zunaechst an de:,- Aenderung dieser Atmosphaere arbeiten, was ihm besser anstehen wurde,'als darauf zu hören, was die •nap.p.hern ' x ofeifen. r