Bizalmas Értesítések 1929. január-december
1929-02-23 [1473]
Wien, 23, |ebmax./lJng.Tel .-KorrBureau./ Die Reichspost veröf.,entlicht unter dem Titel :"Die Aussichten der bürgerlichen Opposition in Ungarn " ausfühiliche Aeusserungen des Abgeordneten Július PetroTácz aus Budapest, Petrovácz sagt zunaecnst, dass die von der "öichpsöt signalisiérten oppositionellen Strömungen in den Kreisen der^ungarischen ^egierungspartei tiefer reichen, als man bei flücbtiger Betrachtung glauben könnte* Oppositionelle Neigungen sindx auch bei solchen Politikern vornanden, die auf Öffenxlichen Plaetzen als Anhaenger der Regierung figurieren, Selbstbewusste und nüchtern urteilende Politiker vertreten sclion ganz offen die Meinung, dass sich das heutige Ftegierungssystem überlebt hat und in der Beharrung an der gegenwaertigen Situation eine ernste Gefahr liege ? die um so grösser wird, je weiter die Seit fortschreite, BeS eichnenderweise stellt man die Sientualitaeten Evolution, oder Svolution einander gegenüber. S Sodann heisst es in dem Artikel; Das blinde/X»rfskEKK zu der Regierung ist röllig geschwunden, Die líassen sind von den vielen Versprechung und dem langen Zuwarten auf eine Besserung ihrer Lage ermüdet und die Notwendigkeit, gegen das herrschende Hegierungssystem anzukaemofen, tritt imier gebieterischer in den Vordergrund. Ungarn braucnt sowohl vom Standpunkt der nationalen, wie der sozialen Politik ein geklaerteres und gesunderes System. Es darf nicht laenger mit dem "natinalen und christlichen Prinzip" gespielt werden. / Vertrauen Petrovácz sagt: Gráf Bethlen hat bei den Te tzten V r ahlen mit einer überaus grosser Mehrheit gesiegt, aber nur deshalb, weil die v erwaltung'mit allén Mitteln^gegen einen opposit ionellen fiandidaten auftritt, Die Urteile des Terwaltungsgerichthofes. womit 8 Mandate als nichtig erklaert wurden, beweist, dass das öysíem der öffentlichen Absfimmung eine Verfaelschung des Ausdruckes der öffentlichen i-feinung ist. Der Artikel führt weiter aus, dass das Aftreten gegen die Regierung dadurch erschwert werdeau dass die Opposition nicht einheitlich sei, und erörtert die xx Griinde hieiür, Der Artikel schliesst: Die ernsten und wertfollen Vertest er der Opposition möchten zweiféllos auf nationaler Grundlage im Interessé des Landes die nach ihrem Dafürhalten fast schon unkáit bare Lage verbessern. Die Zielsetzung ist alsó richtig, doch ist der ¥eg zu diesem Ziel kein leichter. Die Dpposition sxxts sollte nicht par teimaessig abgegírenzt se in. Sie müsste sich zusamBiEjnschliessen. Das ist ein Grund ixíxx dafür, dass die Aktion nicht von heute auf morgen verwirklicht werden Kann. Von der Entscheidung-und der beharríichen Arbeit der Eührer wird der .tefolg ábhaengen.