Bizalmas Értesítések 1928. február-december

1928-10-16 [1472]

/-/ r A Ö g , xo . uAmuur. / ung . rui. -jvorr . -xsux'utiu/ .uio Jrra­gcr Presse schrcibt unter dem Titcl " Brcschc in dor Bcthlcnpartci" unter andorcm: Der - : gresse Wahlsicg Kállays über den Kandidaten der Bcthlcnpartci, ríef im Lande immerhin eine gresse Überraschung hervor. Die BevöIkerung von Nagykanizsa hat ein Urteil gesprochen, dessen Bedeu­tung sich weit über die Grenze des Wahlbezirkes erstreckt und als Symptom der im Lande herrschendon Stimmung aufzufassen ist. Der Sieg ist umso grösser, als eine Skopsis wahrlich am Platze war. Die Regierungspartci cr­klaertei an dem Ausgang der Wahl nicht interessiert zu sein, nichstdostc­wenigor schickte sie Endc vergangener Woche eine Rcihe von Abgcordnctcn in don Wahlbezirk, um für den nichtoffiziellen Kandidaten zu v/erben. Am Tage vor der Wahl wurden zur Staerkung der Gcistcr eine Abteilung von Gen­darmerie, von Polizisten und von Falirradpolizisten in die Stadt• dirigiert und die militaerische Garnison unter Alarmbereitschaft gestellt. Abgesehen davon, dass dieser Sieg der Oppcsiticn im allgemeinen einen maechtigen Pro­test des Volkes gegen das herrschende Régime und seine Regierungsmethcden, gegen die bestehende gesellschaftliche Ordnung in Ungaxn bedeutet und ei­nen entschlossenen Ruf nach Demokratie in Ungarn, nach freien Rechteh, nach einem neuen politischen System und einem neuen Wirtschaftsprogramm gleich­kommt, birgt er aber auch andere und unmittelbare Kraefte in sich. Er kann leicht zum Beispiel für andere Teile des Landes werden, da es sich einmal herausgestellt hat, dass die Zeit vorbei ist, wo Bethlen überall, wo öf­fentlich gev/aehlt wurde, siegen musste. Wenn der Austritt Kállays aus der Einheitspartei nur ein persönlicher Entschluss war, hat nun das Veik er­klaert, dass es scinen Kampf gegen dic Rogierung billigt. Es steht heute schen fest, dass sich die I.lassc der Einheitspartei und das Eundamcnt des heutigon Regierungssystems langsam ' . lockert, Die Position des Gráfon Bethlens ist in diesem Augonblickc noch nicht erschüttert, aber os mehren sich die Anzeichcn, dass der Sockel schr allmachlich im Rutschon begriffen ist. Auf jeden Fali kann jedoch behauptet worden, dass dem absolutistischent diktatorischen Bethlen in absehbarer Zeit eine Sterbeglocke zu crklingen droht, waehrend « ein parlamontarischer Verstaendigungssinn Bethlons ihn noch geraurne Zeit am Ruder halton könntc. Der Minis te rpraesident schc int sich dessen bewusst zu werden und von seinom Wog nach rechts cin "Öi^schcn gegon die Mitte einlenken zu wollcn. Ob ihm das gelingt und ob cr nach cinem sieben-jaohrigon scharfon Kurs nach rechts jetzt auf der Gcgcnseite Glaubcn und Partner findet, darübor wird nun mchr'dcnn jc das Urteil dor allmaehlich orwachcndcn Waehlcrschaft entschciden. W ion , 15. Október. /Ung.Tol.-Korr.-3ureau/ Dic Arbcitor­zcitung bcschacfti&t sich in cinem ausführliclion Artikel, bctitclt "Der ungarische König und das östcrrcichischc Burgenland" mit dor Rcdc dos Hinisterpraesidcnten Grafen Bethlen und sagt: Gráf Bethlen und das von ihm gcführto Kontcrrovolutionaere Ungarn rüstot zu cinem vorerst ^ noch politischen Foldzug. . Anstatt Gömbös, der an 7. Október kelne Gelcgenlicit fand, mit seinon Banden ins Burgenland einzurücken, marschier­to Gráf Bethlen anstatt mit Waffon mit seinon Rodcn an der burgcnlaendischcn Grenze auf. Dor Fascistcnrummel der Hcimwchr hat in den ungarischen Irrc­dentisten mancho Erwartungcn crrcgt.'Dic Antwort Ostcrrcichs könne nu^scin: Das Burgenland blcibt bei ÖstcrrciCh. Eine wirklichc, freie Volksabst imrAung zwischon Ös.tcrrcich und Ungarn würdo im Burgenland cin Rcsultat ergebon, dass dem Grafen Bethlen rot vor den Augcn würdo. — — — OtóiáGOS i-EVúJÁX

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