Bizalmas Értesítések 1926. január

1926-01-09 [1467]

Wien, 8.Január./üng.Tel.-Korr.-Bűreau./ Die Arbeiterzeitung meldet aus Budapest : Die Gegonsaetze zwischen Horthy und Bethlen bestehen noch wáÉter,wenn es auch jetzt den Anschein hat,dass Bethlen die Oberhand gewonnen hat.Die Verhaftung Nádosys erfolgte erst nach erregter Auseinan-r. dersetzung zwisehen beiden,nachdem Bethlen erklaert hatte,wenn Nádosy nicht verhaftet wird,dann würde Bethlen es nicht verhindern können,dass die Zeitungén auch den Namen des Reichsverwesers in* die Skandalaffaere werfen,wenn aber Horthy die Verhaftung Nádosys zulasse,dann verbürgt sich Bethlen dafür,dass er mit allén Mitteln mit der Drohung der Konfiskation, ja mit der Einstellung der Zeitungén sichem werde,dass Horthys Fame in Ungarn im Zusammenhange mit dieser Affaere nicht genannt wird.Dieses Argu­ment habe gewirkt und Bethlen habe darauf alle notwendigen Vollmaochte er­halten. Weiters meldet die Arbeiterzeitung aus Budapest,dass schon vor zwei Tagén in Budapest alle Polizeiposten verstaerkt worden und dass die Regierung áus der Provinz Vcr3taerkungen herbeiziehe.Neben den Polizeiposten tauchen auch Gendarmen in dem Budapestér Strassenbild auf.Die Parteilokale der sozialdemokratischen Partei und der Kossuthpartei stehen unter staendiger polizcilichor Bewachung. Die Arbeiterzeitung meldet aus Budapest,dass das Neue Wienor Tagblatt und das Neue Wiener Journal beschlagnahmt wtirden und fügt der Meldung hinzu,dass die Wiener ungarische Gesandtschaft gestcrn die Vertreter der Wiener Zeitungén und cine Anzahl auswaertíger Körre3ponden­ten z.wecke Informierung zu sich gcrufen habe,Nach der Arbeiterzeitung soll dabei,wie verlautet,dem Neuen Wiener Tagblatt oedeutet worden sein,dass ihm7u. J Post«^bixrt in Ungarn ontzogen werden würde,falls es seine Haltung nicht 'aendere. * 7Ar Das Neue ?íiener Tágblatt veröffentlicht übrigens in seinor heu­tigen Nummer eine anzahl von Fe3tstcllungen der ungarischen G-esandtschaft in der Af faere. Im Leitartikel,betitelt : »Pitt inUngarnn sagt die Arbeiter­zeitung : Es ist kein Zweifel und keiné Ver^ischung möglich.Európa ist heute vor die Frage gestellt,ob es ein Staatswesen in seiner heutigen Form das alle Verbrechen vom Mord bis zur Notenfaelschung als Staatsraísoü ver­teidigt und züchtet,dulden soll.Von Horthy über Bethlen bis zu den Diur­nisten und den Grenzsoldaten reicht die Ketté der Verantwortlichkeit.Nur die Umwandlung Ungarns in ein^c demokratischen Staat,kann die innero Ruho des Landes selbst und Mitteleuropas gewaehrleisten.Das Blatt fragt auoh nach dem Preis^er dafür gezahlt wurde,dass Paul Teleki aus dem 3piel ge­lassen wird. Die Arbeiterzeitung woisfc/ TOn angeblich zuverlaesslicher ­Seite zu melden,dass am 3.Január zwei Abgesandte im Auftrage des ungari­schen Ministerpraesidiums und des ungarischen Kriegsministeriums itt. Wiener ungarischen Gesandtschaftspalai3/er3chienen,um eine Hausdurchsuchung vor­zunehmen.Am Tag vorher sei jedoch der der Militaerkanzlei Horthys zugcteil te Oberstabswachmeister Kozmár ín Bogleitung einer Zivilperson,derén Idon­titaet nicht feststeht,in Wien eingctroffen mit dem Auftrage,dem Leitor der in Wien amtierenden Militae rab teilung ein versiegeltes Couvert zu über reichen und bei der Wegschaffung des kompromittierenden Materials in jeder Weise behilflich zu sein.Dies sei auch geschehen,indem dieses Matériái in die Privatwohnungen ungarischer Familien geschafft wurde,namentlich im III.und IV.Bezirk.Ein Teil dos Materials soll vernichtet worden sein. Infolgedessen verlief die Untorouchung am naechsten Tage vollstaendig ne­gativ.Beauftragt waren der ungarische Generalstabsmajor Kékessy,zugoteilt dem ungarischen Landesverteidigungsministerium und der ungarische Dotck­tivinspektor Marossy von der Budapestér politischen Polizei. /plötzlich Ein Telegramm der Arbeiterzeitung besagt aus Budapest^die all­gemeine Meinung gehe dahin,dass die Regierung Bethlens die jetzige Krísc überhapt nicht,aber b%stimmt nicht nehr in der gegenwaertigen Zusammen­setzung überstehen wird.Der Bericht zitiert eine Aussprache Bethlens,wo­nach er gesagt habe : "Wenn ich meinen Platz verlassen muss,dann werde ich dafür sorgen;dass nach mir nicht die Sinnflut kommt.» Weiter hoisst es Bethlen sache seine Position durch Scheinverhandlungen mit der Opposition vor allém mit Rassay und Szilágyi zu staerken. Am — — — * VI ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^

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