Bizalmas Értesítések 1925. július-december

1925-09-18 [1466]

/-/ P r a g , íe.-SeptembPr./üng. Tel. -Korr.-Bureau, / Der in Genf weilende Sonderkorrespondent der Prag c r Presse wandte sich an den Gesand­ten/der Tschechcslovakischen Republik Dr.Cssucki und legte ihm dr^ei Bra­gen _ "rr bezüglich des Bindruckes der Brklaerung des ungariscnen Pelegier­ten/ies Grafen Apponyi. / und bevolimaechtigten Minister Erste Brage ; Wírlcheg' ist die Ansicht des Ministers über die in der VölkerbundversauJLLlung abgegebenen Erkla c rung 4es Grafen Apponyi ? Antwort J Die Erklacrung ist - sagte Ócsucki - ein Beweia fair den nnzweifelhaften Einfluss,weichen die persönlichkeiten und die Atmc­sphaere des Völk^rtundes auf s* gewiegte Politiker ausüben künnen,wie die ser alté' Repraesentant Bngarns istT Apponyi hat siuh durch seine ^0­iaehrige politische ''/irksamkeit den Titel eines P.epraeaentanteu des feu­dalen Régimea Habsburgisch°r Menarchie und hauptsaechlieh der nationalen ünt^rdrückung verdient und wenn dieser Mann an der Neige seines Lebens auf das Forum, des Völk&rtundes tritt und hier eine Rede haelt,in der er liter den internaticnalen Schutz der Minderheite* spricht,über die m^rali­sehe Abrüstung -and den We-ltf rieden,donn ist dies die gr^sse Tragödie einea Lebeny,das vergeblieh gelebt wurde.Aber dies ist ein bemerkenswarter Fortschritt,dar darauf hinweist,dass niemand mit den Ideen der naticnalen und pclitischen Gewalt siegen kann und dies ist eine G-enugtuung für dieje­nigen,welohe gegen eine Politik,wie sie Leute vem Schlag des Gráfon Ap­ponyi durchführten,schon vbr dem Eriege energisch gekaempft habén. Zweite Brage : Welohes Brteil hat der Minister iib^r die Anre­gunggjvelche Gráf Apponyi- in der Brage des internationalen Minderheitss­schutzes vorgebraoht hat ? Antwort ; B'ir wichtiger als 7/ege zur Erhöhung des Schutzes der Minderheité-n zu suchen, erachte ich die Frage,wie man diejenigeu Staaton zur ErfüMung ihrer pflichten z'./ingcn kann,welche zura Schutz "der Minder­heiten a'ngewieaen sind ; welche in vielen Baellen eine Heine von Vercrd­nyugen üb-r die Binderheiten erlassen habén,aber derén Régime tretzdem eine solche ist,dass dort di^ :.inderheiten im Zustande des grössten Vcr­failes Und Bedruuktheit sind.Ich denke da tor allém an die Minderheiten •in Bngarn ; für we lehe die Ungarn keine S^nulen erriohten,welche ihre Le­benskultur auoh auf keine andere Yíeise an den Tag legén kennen.xxjixáxx 3t±x Dritte Brage : Glaubt der Minister,dass die Sympathien,7/elche der Gráf Apponyi in seiner Rede fúr die dempkrifeisohen e^ststaaten aua­sprach,als Kundgebung einer neuen Crientierung des heutigen Bngarns be- • trachtet werden kön ne ? Antwort ; Die tatsaechliche politische Crientierung des heutigen üngarns ist in weit höher-m Masse deutsch,als französisch oder englisch. Dies habe auch die ganze Art und Weisfi bewiesen,in welcher die Üngarn die Abrüstungsfrage behandeIn.Die Argurtcntationen des Grafen Apponyis warcn ifflmex wieder ; i»Wir sind abgeriistet, ab°r alle übrigen Startén um uns sind gerüstet." Die se Argument atien ist dieselbe ,yíie die jenige Deutschlands. Mit Deutschland habén die X&gxxK ungarische Ilationalisten auch das gc­meinsam,dass sie bei ihren staendigen Abrustangsteteuerungen alle mög­lichen Mittel anwenden,um die Abrüstung ira Sinne des Friedensvertrages zu umgehen.Mit Heflichkeit maciit man übrigens keine Politik.Man weiss nbenso heute in Frankreich,wie in Bngland,dass die ungarischen Nationaliatsn die selben Freunde des Fri^dens und der Abrüstung sind,wie die Deutschen.

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