Bizalmas Értesítések 1925. január-március
1925-03-28 [1465]
/ - / F r a g , 2'7 .„aerz./üng. Tel.-Korr .-Bureau./ In der' ver gangonWoche sind durch dif internationale Presse verschiedene Nachrichten gegang-r, ; die sich mit der Errichtung einer Zollunion unter den Nachf olgr-staaten beschaeftigt habén und durchblicken liessen,dass auch Üe tschechische dU3sen politik dem Projekt nicht ungünstig gegenüherstehe.Das Prager Tagblatt ist ír der Lage,die Ansichten des Ministers Benes zum Projekt der Zollunion mitzuteilen,die allerdings anders lauten,als die M-lduhger? ,die bisher in Umlauf waren.Minister Benes,der das Problem,ob Zollunion oder nicht,für unrichtig formuliert haelt,erklaert sich nicht für eine Zollunion so,wie er sich gegen jede Konföderatiön ausgesprochen habe,aber er betont die engste wirtschaftliche Kollaboration der Nachfolgestaöten,die in dem Sinne geführt werden müss te,dass die Nachfolgestaaten sich durch Handels7ertraege soweit als möglich naehern und damit auch einem zentralenropaeischen Block naehern.Die wirtschaf* liche und politische Souveránitaet aber müsste stacndig garantiert sein.Jede andere Kombination würde grosse politische und wirtschaftliche Komplikationeh hervorrufen.Könnte es zu einer paneuropaeischen L'sung der Frage kommen,so waere dies etwas anderes.Die österreichische Frage ist nach seiner Ansicht ' bisher nicht definitiv gelöst worden.Mit einem Anschluss österreichs an Deutschland kann man jetzt nach den ansichterj des Ministers weniger als frühfrr rechnen -ind er meint,es werde notwerüig se in, einen mit Deutschland abzuschliessenden G-arantiepakt in eine Formel zu bringen,dass dié Osterreich betreffende Bcstimmungen des Friedensvertrages aufrechterhalten bleiben.Dic Ar; gumente,die gegen den Anschluss Österreichs an Deutschland vorgebracht werden gehen von testen aus.Minister Benes wili,wenn er gegen den Anschluss Österreichs an Deutschland spreche,nicht gegen deh .vnschlussgedanken poleraioieren,sondern waegt nur die Gründe für und gegen den -Anschluss gegeneinandor ab.Die westliche Argumentation sagt,sobald Deutschland wieder in das wirtschaftliche und politische Lében Europas eintritt und sobald es Mitglied des Völkerbundes werde,wird es mit seinen 65.000 Millionen Einwohnern und seiner wirtschaftlichen Macht ein so 3tarker Faktor im europaeischen lében ..• rden,dass seine Naohbarn seinen Druck verspüren werden. Tre te an seine Sei te Osterreich,so würde der Druck sich v rstaerken.Davon würde Tschechicn betroffen werden.Im weiteren Verlaufe der Ereignisse würde sich Üngarn anschliosseii,wodurch wieder Ruinaenien in Mitleidenschaft gezogen würde,dann Jugoslavien und schliesslich Italáén.Diese einfache Tatsache ist nach der Ansicht de . iaisters so stark,dass der Lnsohluss Österreichs an Deutschland zu Poler. alá dem Gegner Deutschlands noch Tschechien,Rumaenien,Jugoslavien,Italien,Fn.mKreich und B-lgien als Gegner führen müsste.Die Folge dieses Zusamménschluss = • waere dann die,dass Deutschland und Osterreich in eine schlechtere Situation -erieten,als die ist,in der sie sich heute befinden.Die Nachteile des Anschlusses seien alsó verhaeltnissmaessig grösser,als die Vorteile.Der einzige _ usweg ist nach seiner tberz ugung^die gemeinsame Arbeit aller mitteleuroei.schen Staaten.