Bizalmas Értesítések 1925. január-március

1925-02-11 [1465]

W i e n ., 11.Február. /üng.Tel.Korr.Bureau/. In der heutigen Sitzung des Finanz- und Budgetausschuses befasste sich der dozialdemo­kratische Abgeordnete Július Deutsch mit der rnonarchistlxschen Agitaticn. Er wies darauf hin, dass vor &urzem erst die Treibereien der österreich­ischen Monarhhisten enthüllt worden waren, worauf die Polizei dein De­menti herausgab, welches umsc merkwürdiger anmutet, als die » Pclizei über die Tatsachen unterrichtet ist, wie dies übrigens auch aus einem Bericht der Polizei an das Bundeskanzleramt hervorgeht. Dieser Bericht enthaelt eine genaue Schilderung der mcnarchis­tischen Propagandea und ihrer Organisation,.80 wird unter anderem im Berichte dacauf hingewissen, dass in Ungarn eine starke Propaganda zur Wíedereroberung der verlorengegngenen Geiiete entfaltet wird. Zu diesem Zweck seien voü den Aristokraten MontanuCro, Teleky, Andráassy, Pálffy Esterházy, Berg.und so weiter,die einen Teil ihrer Besitzungen verloren habén, rienige Summen zur Verfügung gestellt worden. Die LegitiAsten habén mehrere Organisationen ins Lében gerufen, die mit den íúcnarchis­ti8chen Elementen dac von Ungarn abgetrennten Gebiete durch Kundschafter in staendigen Kontakt stehen. Auf den G-ütern vieler Aristokraten sind 50 und mehr Leute für den Fali einer bewaffneten Aktion vcrbereitet, weiters gosse Mengen von Handfeuerwaffen, Maschinengewehren, reichliche Munition, ja sogar kleinkalibgige Geschütze frersteckfc. SoJb&he geheimen Waffenlager befinden sich in grosser Menge auch in den an Osterreich grenzenden Meierhöfen. Die Kundschaftarbeit gegen Osterreich besorgen folgende Per­sonen: Major Györffy, Hauptmann Gebhardt, Oberleutnant Fekete, allé drei aus Steiamanger, Oberleutnant Juhász, Oberleutenant Takács, Ober­leutaant Kusz, der ehemalige Offizier ' Csögör und ein Dr.Marton aus Göss, Weiters ein °ffizier namens Zcltán Biró . der Hochschüler Elemér Talaba, der Lehrer Eigenbauer und ein Offzier namens Ferency, die zumeist audh in Westungarn wohnen. Abgeordneter Deutsch spricht dann von ungarischen • > / * . w * > " Jugendvereinigungen an. der österreichischen Grnez. Diesen Vereinigungen müssen saeratliche ^ersone maennlichen Geschlchts üon 12 bis 21 Lebensjahre beitreten. \us der Ödenburger Zeitung geht hervor.dass auf dem ^ut des Erzherzog Albrecht Banden gebildet wurden, Was die Einreisetewilligungen für die Angehörigen des Hauses Habsburg betrifft, so sind menschliche Gründe den Sozialdemokraten nicht fremd. Diese Gründe sind aber nicht massgebend beim Erzherzog Leopold Salvator und noch weniger bei dem Schn des Erzherzcg Friedrich Albrecht der an der-Spitze der ungarlaendischen DSgitimisten steht, un dem die Regierung ohne VUssen der Polizei. eine Einreisebewilligung für Öster reich gab. Gerade in den letzten '^agen waren die Führer der Legitimisten Sigray, Gráf Pálify und Gráf Erdody in Wien angekommen und hatten eine Reihe von Konferenzen, sobei auch der Jockey-Klub eine gewisse Rolle spielte, der nicht nur eine gesellschaftd.iche Einrichtung darstellt. aondern auch eine Staette reaktionaerer fmtriebe ist. Die Legitimisten wenden sichniemals an das Volk, sondern rüsten mit Gewalt, daneben suchen sie auch diplomatische Intriguenspiele im Ausland zu treiebn und trach­ten, die dTt ihnen nahestehenden Kreise für ihre Ziele zu gewinnen. Darin liegt ein Gefahrmcnent. Die Polizeimeldungeh sind durchaus im Recht,wenn sie den Reisen der ungarischen Monarchisten eine grossere Bedeutung beimessen, es ist Pflicht der republikanischen Kreise d^ruif aufmerksam zu machen, was wirklich vorgeht und gegenmassnahmen zu tref­fen. Von einer Nervositaet unsererseits kann keine Rede sein. Wir brin gen diese Dinge nicht ver aus Gefühl der Angst.

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