Bizalmas Értesítések 1922. április

1922-04-28 [1455]

Wie n,2?»April 0 /Privatmeldung des UTKB/ Der Abend befasst sich mii den Meldungan der letzten Tagé über die líotlage der Königin Zita und bringt als Beweis dafür, dass alle diesbezüglichen Nachrich­ten unrichtig seien, einen Auezug der Berliner Zeitung am Kittag,in dem alle die Sehmuckgegenat ande aufgezahlt werden, die früher in der Wie­ner Schatzkaxnmer aufbewahrt waren und von König Kari bei seiner Abreise in die Schweiz mit genorraaen wurden.Die Königin besitzt nach den Ausfüh­rungen des Berliner Blattes, trotzdem eine Reihe sehr wertvoller Steine bereits veraussert wurde, eine ganze Anzahl überaua wertvoller Pracht­stücke. Unter diesén befindet sich zunachst der " Frankfurter", ein Stein in der GJrösse und Form einer kleinen Streichholzschachtel,der zu den schönsten Steinen der Walt gerechnet wird. Sein Wert wird über 50 Millionen Mark geschatzt. Perner besitzt die Königin den "Florentine r", der eines der bekanntesten Stücke der Wiener Schatzkammer war. Die Kö­nigin hat überdies noch die Ohrringe der Königin Maria Theresia im Be­sitze, zwei ganz gleiche wasserklare Tropfen von 2 1/2 Zentimeter Lán­gé. Aus dem Erlöse einer Reihe von Juwelen, die das Blatt aufzahlt,hat die königliche Familie bieher etwa 2 l/2 Millionen Sohweizer Francs er­zielt. Überdiea unternahmen jetzt die Vertreter der königlichen Familie Sohritte, um die Summe , die aus dem Verkauf der Juwelen den Érben dea Königs vorenthalten wurde, wieder hereinzubringen. Ea handelt sich um die Fortsetzung des Prozesses gegen die Direktion der Perleeoo-Gesel 1­schaft, über den kürzliah ausführlich berichtet wurde, Wien, 27.April./privát meldung des UTKB/ Die Wiener Stimmen schreiben: Als Mittel gegen die Fleischteuerung wird von eozialdemo­kratischer Seite, wohl in Erinnerung an den glorreichen Boykott im Sommer 192o, der Zollkrieg gegen Ungarn empfohlen* Die Fleischteuerung wird namlieh auf das Viehausfuhrverbot Ungarns zurückgefüHrt.welches seine ürsaohe in der Anforderung von 28.000 Stüok ungarischen Repa­rationaviehs durch die erbarmungslos zugreifendé Entente hat.Ungarn erklart, den Wiener Markt infolgedessen nicht beschicken zu können und aperrt die Viehausfuhr. Gestern empfahl das sozialdemokratisehe Organ, sich an Ungarn für das Viehau8fuhrverbot durch eine Sperre der Weineinfuhr zu rachen, Das hatte natürlich keine andere Wirkung, als dass den österreiehi­8oheB Verbrauchern ausser dem Fleisch auch noch der Wein und.weil der Preis des Weines erfahrungsgemass als eine Art Masat ab der übrigen Le­bensmittelbedürfnisae gehandhabt wird, auch die sonstigen Lebensmittel verteuert würden.Heute begnügt sich die Arbeiter-Zeitung nicht mehr mit der Sperre der Weineinfuhr. Heute fordert sie, dass gegen Ungarn die seharfsten Retoraionsmassnahmen ergriffen werden.Daa ist der Zollkrieg. Denn dasa daa sozialdemokratisehe Organ unter Retorsionsmassnahmen die Heimsendung der vielen, in Wien hetzendea ungarischen Emlgranten meint, ist wemig wahrseheinlich. Zollkrieg ist aber "Hungersnot", Die Wiener habén es gelegentlich dea sozialdemokratischen Boykotta gegen Ungarn erfahren, was eine Grenzaperre für Wien bedeutet. Wien, 27.April./Privatmeldung dea UTKB/ Daa líeue Achtuhrblatt meldet aus München: Von der Münohner Polizei wurde ein Mann verhaftet, der angab, Ludwig Bartaczky zu heisaen, aber sonstige Angaben über seine Peraon verweigerte. Auf Grund von Photographien und Fingérabdrücken, die Unter anderen auch an die Wiener Polizeidirektion geschickt wurden, gelang es dort festzustellen, das8 der Verhaftete Ernát Fischer heisst und seit langerer Zeit wegen Diebstahls eines Schmuckes verfolgt wird. Fiacher war zur Zeit der Sowjet regierung in Ungarn von Béla Kun zum Chef der bolsehewlstischen Propaganda einee ungarischen Komitees be­stellt worden. Aua Ungarn ist er mit anvertrauten Geldern nach Wien ge­flohen, wo er das unterschlagene Geld in kurzer Zeit verbrauchte und dann den Sohmuck-Diebotahl verübte. Die österreichische Behörde be- . ^ schlosa,die Auslieferung Fischers zu verlangen. / % l 7

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