Bizalmas Értesítések 1921. szeptember
1921-09-15 [1448]
Paris, 15 t £ept ember, Die ungarische Antwort auf die Note der Botschafterkonferena, hat in Paris, London und Rom einen sehr sehlechten Eindruck gemaciit* lm Lcitartikel des Journal des Debáts tritt August© Gauvin fur die 3ofortige Ergreifung energischer Zwangsmassnahmen gegen Ungarn ein, um es zur Achtung der Friedensvertrage zu verhalten. D* e ungarische Regierung treibe ein Doppel spiel; Offízleli beteuere sie in ihrer "oten, dem Vertrag durchführen zu wollen, aber ihre Bandi ungen strafen ihre Worte Liigen und Sie friedlichen österreichischen Gendarmen sei en von den Kugeln urjearischer Truppén aus dem Hi.nterhalte arapfangen worden, Ob die im Burgenland ei ngebro chenen Truppén sich als'reguiares Militfir bekennen oder ob man sie als Banden bezeichne, ob die Offiziere , die sie befchligen, in Staatsdiensten etehen oder nicht Ja selbst wenn es sicb um Preischftrler ohne Uniform handelte, Jedenfalls habe die ungarische 3ogierung für das Treiben dieser gewalttatigen Haufen einzusteheh. Jede Regierung sei verantwortlich -für bev/affnete Einbrüche, die sie selbst vorbereitet babe,und wenn sie nicht lmstande gewosen wilre , den Überfall zu verhüten, so höttc sie alles tun müssen , um die Bewegung im Kei ne zu ersticken, Aber Gráf Bethlen habe sehr v/ohl gewusst , was sich vorbereite, und wenn er nicht unter der Hand die gansc Unternehmung selbst ins tferk gesetzt habén sollte, so habe er jedenfalls die Vorber oi tungen gutgeheissen, in der Hoffhung, das3 die 1.1liiierten sich mit der vollzogenen Tatsache abfinden wurden. Der Artlkel weist darauf hin, dass osterreich keinen ernsthaften Víiderstand zu leisten vermag, wahrend ungarn über militarische 3est&nde verfüge, di^ das im Trianoner Friedensvertrag vorgesehene Mas 8 überschreiten, Der Artikel erkláxt es für wünsohenswert, dass Frankreich sich offen von Jenen Per so nen ceheidé, die in Ungarn faisohlich die Hoffnung erweoken, dass der Vértrag von Trianon nicht foster sei, als der von Sevres^und dass Aenderungen in der Zulrunft möglich seien. J*'as das Argument betrifft, dass es unvorslchtig w&re, V. r estungarn an osterreich falion zu lasQen., da daSíGobíet In Fali e d-3S Anschrlueaea unter deutsche H©rrschaft kfime, so sei die se überlegung hinfailig, da es eben Sache der Alliierten sei, es nJoht zum Anschluss e kommen zu lassen, Das Blatt erklfirt schli essli eh, es genüge nicht, dass man den Bandenkrieg theortisch verarteilt, man müsse auch eine Regiferang zur Verantwortung ziehen, die sich solcher Kri ege echuldig mae-he oder sie dulde. Jedenfalls sei es 5 a che der Vollvereammlung des Völkerhundee, die eben in Genf tage, sich mit die sem wichtigen Problaa zu beschaftigen. Auch Lantsrne verlangt, dass die Alliierten in Ungarn energisch intervenieren, Die ungarische? Regierung körme weder militariseh©! &otwendigkeiten noch auch vateriaridische Gefühle der Bevölkerung einwenden, die zweifollós die I>ast des reaktionSlren ungarischen Regimea gerne ab se hü tt ein warde, Populaire verlangt in cinem 1 fingéren Artikel neuerdings die sofőrt ige Entwaffnur.g Ungarns und meint/man habe dem kleinen Osterreich alö,e Mac html t tol genommen, wahrend man Ungarn eine ganse Armee regulfirer Truppén und überdies irreguiare Banden beíasse. Die í'olgen einer solchen rollt ik hatten ni elit auf sich wattén lassen, Als Ungarn aufgefordert worden sei, das Burgenland zu rfiumen, habe es nicht gehorcht und sich • über die Entecheiáungen der Entente hinweggeset zt. Es sei hoch an der Zeit, mit wirtsohaftlichen und militarischer Kassregeln gegen Ungarn vorzugéiien und eine vo 11 stand ige Entwaffnung durchzuf iihren, ohne die der Friode in 3ontraleuropa standig "sedroht bleibe. )JTKB/ Peri », lll. Septetabe r. 7-ntransigeanfc, Paris ^elegramme und 3oir veröff entl iohen ein Gesprach mit dem österreichischen Gesandten über die durch den Widerstand Ungarns in der burgenlfindischen Frage geschaffene Lage, v/orin der Gesandte erkiart, Osterreich habe sich loval an den Vertrag von Saint Germain gehalten, dessen Grenzziehung das Burgenland osterreich zuweise, Wenn man Osterreich nicht zum ruhigen Besitz der ihm zuerkannten Gebiéte verhelfe, so bedeute dies den Bankérott der gesamten Friedensvertrüge, dara wen;< Osterreich das Burgenland, das ihm Artikel 27. des Vertrages von Ssint-Gettóain zuweise, nicht erhielte, so könne kelne österreichlsche Hegle^ng die Einhaltang der anderen Bestimmungen des gleichen Vertrages verbürgen. Ungarn habe zahlreiche ^chwierigkeiten gemacht und Ausflüchto gebraucht, um die Durchführung der klaren Bestimmungen der Vertragé zu verzogern oder hintanzuhaltén. Von der ungarischen Propaganda seien falscha Gerüchte über osterreich ausge ctreut worden. Allén ungarischen líachenschaften gégenüber bewahre Osterreich Würde und Ruhe, "im Vertraujin auf sein gutes Recht. osterreich hatte gewünscht, dass ihm diese neue beklagenswerte Verwi. dklung erspart gcblieben wáre. Es sei entwaffnet und es könne sich nicht verteidigen, es ver lenge aber von den Grpssmachten, die die Verantwortung fü* den Frieden übernomen habén, internationale Gerechtigkelt. /UTKB/^