Bizalmas Értesítések 1921. április
1921-04-12 [1443]
V x ö n\ 11c April. /Privatmeidung des ÜTKB/. Die Neue Freie Presse melde* aus Paris: J.ulos Sauorwoin. Hatto eine Unterredung mit dorn Kaiser Karl und telegraphiert dem Matin darüber: Der Exkaiser,, dor nie in adi&om Heb n ein Interview geiÄoTirto, crwioa mir dio Bhro ; , mit mir übor die ouro• paeisönon politischen Fragen zu öproeben. Dio so Unterrodung ontbaclt teinr vorbereitete politische Kundgebung rWas ich houtc: aohrolbe, ist vielmehr eine psychologische Skizze; ber mischt mit einigen Ansiohtcn, die die wenig bekannte Bfeysiognomio Karle Jarlogen sollen« Jedenfalls habe ich die Sicher hoit, dasa 1, ioh mit dor Verörfontliohung dic B or r-Zoilon. dorn Exkaiser beim Bundesrat nicht sehado. Ioh„veröff ntlichc sio ohne vorherige Verstaendigung mit ihm, nuf| um die Offontlichkeit unparteiisch zu informieren üb. r die tieferen «ründo dea Rceteurationsvcrsuche&; dessen Folgen noch lang x nicht, weder in Ungarn, nooh in Österreich, orsohöpft sind, Karl IV«, hat cinoh starken.©laubch; das ist dor Schlüssel zu seinen Handlungen» Nicht nur dass or seine Religion mit tiefer Überzeugung übt, nioht nur, dass er f von feinen «oabton als apostolischer König von Ungarn überzeugt ist, nein, er hat auch oino politische Lohre, die er sich selbst gebildet hat und die sich wesentlich unterscheidet von den akademischen Lehren über Mitteleuropa in der politischen Welt« Karl von Habsburg kann, da er sich im Roohtc glaubt, ]£ nioht ersohüttert w4rdeh, iÖh würde sogar sagen, dass or nioht zu beeinflussen ist» 3r straeubt sich zwar nicht,wenn man ihm gegenüber eine Meinung .ausspricht, dio sich von der seinigen unterscheidet Ä aber in seiner grossen Höglichkoit lacsst er seine Ausfrager sprechen, antwortet nioht und bleibt unerschütterlich in seiner Meinung und seinem Willen. Diese Psyoho^intorossiert mioh lebhaft, denn sie ist fast mystisoh« Er ist ein Mann, der sich, nioht analysiert und nicht gern von Bich spricht. Er hatte f{jr nfich ein liebenswürdiges Laeoheln, obwohl sein jugendliches Besicht von den schworen Somütsorschüttcrungcn dor letzt« Zeit stark mitgenommen ist. Er fragte mich zuerst nach der französischen Meinung über ihn und ich antwprtetc ihm frank und f roi .nßr fragt cj mioh darauf sehr erstaunt, wie es in Frankreich Leute"geben könne* die "das £ was er tun wollte, vorkennen Nichts-, absolut nichts in meinen Absichten und Placncn war gegen die Interessen Ihres Landes gerichtet. Seit meiner Thronbesteigung bis Endo des Krieges vorsuchte ich einen , Frieden- herbeizuführen,' dar-;ai.n«.-h»rr bar tut; Frankreich ist,.Als VQrractor angesehen, beschimpft von der aaxdenm Seite, verda4w einen Seite, vordaoehtigt man mioh von der anderen Seil«., ein Doppelspiel mit einem Dritten gptrieben zu haben» So schrecklioh .und entmutigend diese Annahmen wareni/oh liesa mich nioht., von meinem Vorj^ haben abbringen- Sic k&mon nicht alle meine Bemühungen,aber die Vereinigten Staaten können dies bezeugen» . Jules Sauerwein fügt hinzu: Hicrtfjiass ioh eine Paran^h se machen« Der letzte Versuch,von dorn Karl spricht f 'dor bom trafen Czernin denunziert vvurdr ,ist tatsaoohlich dem grossen Publikum unbekannt geblieben , Ea handelt sich hier um einen BJridFfwochscJdor im Februar 1918 zwischen Wilson und Karl stattfand,der dem J*raosidcnten Wilepn spontan seine Zustimmung zu den bokanr.ton 14' Punkten aitteilte. Wohh^lilang ging dor Meinungsaustausaii zwi sehen Washington und Wien hin und" her» Die heftige Stellungnahme ClomemceauB gegen Karl,die brutale Veröffentlichung der vortraulichen Brief e des Prinzen Sixtus waren Dinge,die dio Bemühungen Karls moralisch unmög-' lieh machten, Dass Italien siegen würde,dass dio 3lavcn ;und die Rumacncn ihre Unabhängigkeit fordern und dass sie Nachfolgestaaten bilden würden, ali.es das SCÜV Karl vorauf* Sein weiter Blick verzerrte sich durch den Haas dor Fang. Vtfi&lfÄsXtMs, die ihn jeden Tag beschimpf ton, als or ihre Piacn durchkreuzt hat o . Er sagte mir: - Ich fand meine liebe Hauptstadt Wien in einer unsagbaren Braurigfccit Welch schrecklicher Anblick ! Die ©esiohtor schienen «ir von Hunger zerstört./und wenn ich an das ehemals.so heitere und lebhafte Wich denkt. das duch seine rein oosterreichieohen Tendenzen so originell warldann vergrössort sich mein Schmerz oft« Der übrige Teil des Landes maohte mir den Eindrück,als haotte er gar keine Nationalstaat, loh erinnere mioh,auf" den Bahnhöfen Abteilungen der sozialistischen V 0 lkswehr in fantastischen Uniformen mit profus si sehen Mützen und italienische". Stationsvorsteher gesehen zu haben. Welche Widerstandskraft kann man von,einem so desorganisiertob unglücklichen Lande verlangen? Oastorreichs unternehmungslustige Nahh. barn können sich ohne jede Schwierigkeit aller Unterncmhungon bomacchtigen Die oo sterreichisQhen führenden Maonner würden im Auslände keine U n ter>Stützung suchen,wenn sie wüsston.dase sie in ihrem eigenen Lande finden könnrmVwas sie .suchen . Darunter,dass Deutschland sich aller Dinge in Wien bemaoehtigt /litt Karl waehrend seines Aufenthaltes in Ungarn,besonders,als die tendenziösen Meldungen gegen ihn von den oestorroichisehen Agenten auf Befehl von H U go Sbinnoa verbreitet wurden. Die niedertraechbigsfefc diasor Meldungen ist die da&i, Karl dem Adminal H 0 rthy crklaert habe,er sei nach Ungarn mit fionchmi-' gung Frankreichs zurückgekehrt. In der Umgebung des Exkaisers hörte ich Meinungen ausdrücken,die die Sorge widorapiegoli/,dass man furch Lot, in dor nahen Zukunft- köm-o sieh det* Anschluss Oesterreichs an DcubHohland- vollziehe n was folgendes bedeutet! Tschechien wird an Berlin ausgeliefert, Ungarn den Vasall bilden. Sin «rona Staat, des Reiches auf einer langen «r< nzlinio, wird U n gam in eine wirtschaftliche Allianz mit oinom grossen und gostasrkten Deutschland einzutreten gezwungen sein. K a rl IV. hat mir -ork la ort % dass er» als er beabsichtigte,Ungarn seinen legitimen König wie der zugeben, eine- moralisch und Politiko>vc unabhaengigo Macht in diesem arbeitsreichen Lande zu errichten hoffte,datf 'triodlich war und jede soziale Unordnung,dio von Russland propagiert war .vermeiden wollte» . Die Neu. Freie"Presse bemerkt hiezui Sollten diese Aeusserungon autentisch sein,so -sind sie ein neuer Beweis,dass der ehemalige Kaiser keine guten A Ratgeber in der Politik besitzt. Es' ist uneriindlioh^wozu diese Unterwürfige keil gegen Frankreich dienen soll-ydas ihn so vollstaondi^ ; ^A fallan gelassen ORSZÄQÖSTEV^LTAR