Bizalmas Értesítések 1921. április
1921-04-06 [1443]
W i e n , 6. Aprir* /Privatmeldung des UTKB/ Das Neue Wiener Journal meldet aus. Graz: rj ie Aufhaltung des Zuges des Exka sers vor Bruck an der *ur i»st noch in der gestrigen Naehtsitzung dds Wiener Kreisarbeiterrates zur Sprache gekommen Dr Fritz Adler setzte sich mit den Brucker Sozialdemokraten telepho* nisch in Verbindung und suchte sie zur Freigabe der Durchreise des Sonderzuges zu bewegen , wobei er utsxmlmxife® sagte: Sei« froh, dass er wegfaehrt. D r . Adler scheint jedoch keinen ^rfolg gehabt zu haben, denn es verlautet, dass noch nachts zwei Mitglieder der Zentralleitung der Partei, darunter Seitz, sich nach Bruck begeben haben. •+ W v i ?J? > 6 April /Privatmeldung des UTKB/ Die Arbeiterzeitung schreibt in ihrem heutigen Leitartikel: &arl Babsburg faehrt nach Hause.von Steinamanger bis Prohnleiten ging es ohne Schwierigkeiten, aber schon »ach zweistündiger Fahrt wagte man et nicht die Reise fortzusetzen . .Die bürgerlichen Herren und aurti die Republikaner mit dem schwarz-gelben Herzen mögen die Demonstration der Brucker Arbeiter höchst verabscheuungswürdig finden, jedoch ist festzustellen, dass sofort als die Kundgebung der Arbeiter in Bruck bekannt wurde, die Sozial is ten-Vertrauensmaenner bemüht waren die Arbeiter von ihrem Vorhaben abzubringen. Wir hoffen, dass unsere ifenossen dort wie überall ,die Notwendigkeit den Habsburger möglichst schnell los zu werden verstehen und darum den Transport nicht durch Demonstrationen stpren werden, W i e n , 6. April /Privatmeldung des UTKB/ Die Arbeiterzeitung meldet aus Graz um 1 Uhr nachmittags: Aus Frohnleiten wird im Äugenblicke gemeldet, dass sich Bürgermeister Pichl er mit der Abordnung um ein Arrangement bemüht. Da sich die Zahl der Angesammelten t» Bauhof in Bruck angesichts der spaeten Nachtstunde stetig vermindert, wird die Durchfahrt um 2 Uhr nachts wohl erfolgen können . Man hat sich geeinigt, etwa 250 Arbeitern den Eintritt in den "ahflhof nicht zu wehren. . W^i e n , 6. April /Privatmeidung des UTKB/ Die Reichspost sehreibt: Kenig &arl ist unter Ovetionen der Bevölkerung von Steinamanger abgereist. Sein Verantwortungsgefühl hat ihn bestimmt den ausser- und inner politischen Schwierigkeiten Ungarns Rechnung zu tragen und der Gewalt zu weichen. Sein Besuch in Ungarn hat seine »echte auf den ungarischen Thron in demonstrativer Weise betont und sie gewahrt. Der Zwang konnte dee A atsache seiner Abreise schaffen, aber sein Recht nicht beugen und einen Verzicht nicht erzwingen. iV un.' da die Königsfrage durch draengende A agesfragen stets mehr in den Hintergrund gerückt war, ist sie doch in den Gesichtswinkel des magyarisehen Volkes gestellt worden. Für Österreich ist das Erscheinen des Königs in»Ungarn nach^der Ankunft seines Zuges an der Schweizer Qrenze ein erledigter Zwischenfall. W i e n ,6. April /Privatmeldung des UTKB/ Das Deutsche Volksblatt meldet aus u raz: Die steierischen Behörden haben sich sofort mit ien ins Einvernehmen gesetzt,, Als sie endlich von der Absicht der Brucker Arbeit erschaft,, den *ug des xkaisers nicht durchzulassen, Kenntnis erhielten, ^s wurden auch mit den Führern der sozialdemokratischen Partei Verhandlungen gepflogen, die jedoch Pi.fl jetzt ohne Erfolg blieben. Es ergibt sich soaiit das Deutschester reich beschaemende Bi¥d, dass das den Vertretern der Entente und der Nachbarstaaten gegebene Versprechen, die Durchreise des Exkaisers in die Schweiz zu garantieren, von den Behörden nicht einf ehalten werden kann. Die Sozialdemokraten, die die Rückkehr des rüheren Kaisers in die Schweiz so laut gefordert hatien, sind «chuld daran, dass dieser tatsaechlich nicht zurückreisen kann 0 W i e n , 6 n April« /privatmeldung des UTICB/ Das 5auf Wiener Tahb^att schreibt ir seinem heutigen XsitßrtikeJ: Mit dam pahlscblagen dar Improvisation sind die politischen polgewlrkungen für Österreich und Ungar» nicht zu Erde« Im (Jasenteil, sie traten erst jetzt sichtbar in Erscheinung und wenn nicht Alles tauscht» . gehen b*ide laendar bewegten Tagen entgegen* Die Episode fest auf dtf Struktur der Parlament arischen und Regierungsvsrhesltnissen in jjn gern und Österreich wie eine Sprengbombe gewirkt, m ungern drob-4 der nur mühsam verkleisterte ßegenaatz zwischen den Lecitimlsten und df» Aahaangam der freien Köntgswshl sich bedenklich zu versehstrfen. Auch in; Österreich hat sich aas dea. Jüngsten yreigBiaaen eint kritisch« Situation entwickelt and zwar curob das A'-isaeheiden des Ministers Dr» Slsntz« T " " f tt B i &. April» /priratmelöung des UTKB/ Des • Ken* Wiener lagblat* meldst aus oteinamaBger: Ein Eltarbeitar der To-lkszeitung hatte in Steinamanger .r?in« Unterredung mit dem Begleiter das äxk«isers s dam Crafea Thomas Srdö'öy, der nnter A*deram sagte: Sa scheint unter den Getrauen Kerle,üowie bei dam Exkaisers aelbat; die unerschütterliche Zuversicht vorbanden gewe^ aar zu sein, dass saln plötzliches T srs,cheinan nicht nur öle lagitimiatisohen Kreise Ungarns, sondere aneh die östarreichisenen ggca Monarchisten au energischen Taten veranlassen würde* M*>B hatte offenbar sicher damit gerechnet, dass Karls Aufenthalt ein blei« bender sein wird s de er dss Szepter Ungarns wieder übernehmen und össs dann Sie Rückwirkung nach Wien nicht ausbleiben werde« Graf Erdö'dy geisaelt in : einen weiteren Ausführungen die vor der An-* kunfl 6<sa .Exkaisers stets öan Mond fttr ihn vol ig «Bommen haetten, bei seiner unerwarteten Ankunft aber keine BSÜÖ für ihn gerührt nad den Sriigalssan passiv zugesehen beben»