Bács-Kiskun megye múltjából 15. (Kecskemét, 1999)
RESÜMEES
ARCHIV DER KOMITATSREGIERUNG BÁCS-KISKUN RESÜMEES JAHRESBUCH XV. BAND TIBOR IVÁNYOSI-SZABÓ Die Umbildung der Verwaltung im Gebiet des heutigen Komitats Bács-Kiskun nach der bürgerlichen Revolution Die Komitate Bács-Bodrog und Pest-Pilis-Solt waren die zwei größten Komitate des feudalen Ungarns. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden in ihren Gebieten alle Anomalien, die sich auch in anderen Teilen des Landes zeigten und schon vor 1848 dringend Reformen erfordert hätten. Mit Rücksicht darauf, daß die bürgerliche Umwandlung in Ungarn mit einem Freiheitskampf verteidigt werden mußte und dieser Kampf wegen des gemeinsamen Angriffs der beiden europäischen Großmächte (Österreich und Rußland) unterlag, konnte in Ungarn Mitte des 19. Jahrhunderts keine billige, demokratische und fachgerechte Verwaltung verwirklicht werden. Kaiser Franz Josef führte zwar mehrere Verwaltungänderungen auf dem Verordnungs-wege ein, die zweifellos der bürgerlichen Umgestaltung dienten, aber sie waren weder demokratisch noch gesetzmäßig, ja sie vertreuerten sogar auch die Verwaltung. In den Jahrzehnten nach dem Ausgleich hätte die Möglichkeit für die Bildung einer zeitgemäßen Verwaltung bestanden. Weitgehend unter der Führung der ungarischen Aristokratie wurde auch ein Entwurf ausgearbeitet, der die meisten der jahrhundertealten Probleme hätte beseitigen können. Leider verhinderte die Opposition - auch das Ansehen von Kossuth ausnutzend - die Annahme dieses Entwurfs, so entstand eine halbherzige Kompromißreform: das Komitat Pest-PilisSolt wurde nicht kleiner, sondern noch größer. Auch unsere heutige Verwaltung wird durch die nachteiligen Folgen dieser Kompromißreform belastet. Die Tagespolitik durchzog auch die ausgesprochen fachlichen Reformen und die kleinlichen Gruppen-interessen ließen die Verwirklichung der Interessen des gesamten Landes nicht zu. Ungarns Verstümmelung nach dem ersten Weltkrieg berührte auch das Gebiet zwischen Donau und Theiß. Nur ein sehr kleiner Teil des Komitats Bács-Bodrog blieb innerhalb den Landesgrenzen. Die früher unterbliebenen Reformen bedeuteten besonders für die Dorf- und Gehöftbewohner eine immer größere finanzielle und rechtliche Belastung. Zwischen den beiden Weltkriegen wurden mehrere beachtenswerte Umgestaltungsvorstellungen und Verwaltungspläne entworfen, die auch unser Komitat betroffen hätten, aber nur ein verschwindend kleiner Teil von ihnen wurde von den Gesetzgebern angenommen.