Kenyeres István (szerk.): Urbs. Magyar Várostörténeti Évkönyv XVI. - Urbs 16. (Budapest, 2022)

Resümee

Resümee 483- wurden detailliert aufgeführt. So können wir die verschiedenen Arbeitsphasen in den einzelnen Jahresabschnitten verfolgen und zusätzliche Einblicke in die Lohngeschichte gewinnen. Schließlich lässt sich anhand der Quelle auch der Gerätebedarf der Weinber­ge beschreiben. Der zweite zu analysierende Teil der Kammerbücher sind die Abschnitte über das Weingeld {Weingelt), die den Vertrieb des in den städtischen Weinbergen erzeugten Weins umfassen. Diese Passagen enthalten über die reinen Einnahmen hinaus weite­re bedeutsame Informationen für die Forschung. Mit der Steigerung der produzierten Weinmenge wurde ab Mitte des Jahrhunderts auch erfasst, wo der Wein gelagert und verkauft wurde. Mithilfe dieser Informationen erfahren wir mehr über die von der Stadt verwalteten Weinkeller sowie über die Weinschenken der Stadt im Allgemeinen. Der geplante Zeitrahmen der Studie bietet die Möglichkeit für eine Langzeitstudie. Nicht nur die wachsende Bedeutung der Weingärten und des Weins lässt sich auf diese Weise verfolgen. Es stellt sich auch die Frage, ob die allgemeine Abkühlung am Ende des Jahrhunderts Auswirkungen auf den Weinbau in Preßburg hatte. Violetta Hídvégi Gábor Parragh (1822-1885), der innovative Winzer Gábor Parragh beschäftigte sich ab den 1850er Jahren mit Weinherstellung. Er bereiste die Weinbauregionen Ungarns, um geeignete Weinbauern zu finden. Im Herbst 1857 eröffnete er seine erste Weinagentur und Weinschenke unter der Nummer 5 der ehe­maligen Lipót utca. Mehr als zwei Jahrzehnte lang betrieb er eine Weinhalle und ein Restaurant im Herzen des Landes, in Pest. Er stand mit zuverlässigen Weinbauern in Verbindung, die gute Qualität garantierten. Zunächst bot er Weine aus der Balaton- Region an, darunter seinen eigenen Wein aus Badacsony, aber sein Sortiment umfasste sowohl Weiß- als auch Rotweine aus den wichtigsten Weinregionen. In meinem Vortrag möchte ich seine Weinhallen, die sich an ikonischen Orten der Stadt befanden, mithilfe von Presseberichten beschreiben. Die besondere Atmosphäre der zu Beginn der 60er Jahre florierenden Parragh-Tscharda wurde von Kálmán Lisznyai (1821-1863) in ei­nem Gedicht festgehalten. 1865 mietete er die beliebte Bierhalle zum Zrínyi, in der er natürlich auch Weine anbot. Zwei Jahre später ließ er im Beleznay-Garten eine neue Halle für seine Aktivitäten errichten, nur um anschließend nach einem Intermezzo sein Hauptquartier in den Komlö-Garten zu verlegen. Neben der Zigeunermusik traten in seinen Weinhallen auch ungarische Gesangtruppen auf. Als gebildeter Mann war er ein glühender Befürworter patriotischer Bestrebungen. Der Weinhändler war auch im Ausland erfolgreich. Seine Weine aus der Balaton-Re­gion erregten auf der Londoner Weltausstellung von 1862 große Aufmerksamkeit. Er

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