Urbs - Magyar várostörténeti évkönyv 8. (Budapest, 2013)

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RESÜMEE RADU LUPESCU Künstlerische Manifestation des politischen Standpunkts in Klausenburg (Kolozsvár) Mitte des 15. Jahrhunderts Mitte des 15. Jahrhunderts wurde Klausenburg (Kolozsvár) zu einem in seiner Art einzigartigen Zentrum der Manifestation politischer Standpunkte mit künstlerischen Mitteln. Dies wurde teils durch äußere Faktoren, die auf landesweite Ereignisse zu- rückzufuhren waren, teils durch die innere politische Spaltung der Stadt hervorgerufen. Die Stadt, die ein Zeitalter großer Bautätigkeiten erlebte, wurde zu einem wahrheitsge­treuen Spiegel des komplizierten politischen Lebens der Epoche und es ist das Ziel der vorliegenden Arbeit, gerade das enge Beziehungssystem zwischen der Politik und dem künstlerischen Produkt darzustellen. Es handelt sich im Wesentlichen um das Zeitalter von Ladislaus (László) V., als die höfische Kunst in beträchtlichem Maße an Schwung verlor und sich der Schwerpunkt schrittweise auf das Mäzenatentum der Aristokratie und der Städte verlagerte. Ähnlich den anderen Städten des Königreichs Ungarn wan­delte sich auch Klausenburg zu einem riesigen Baugebiet: Die Errichtung der Pfarr­kirche gelangte in ihr letztes Stadium, es wurde damit begonnen, das Dominikaner­kloster umzubauen, zahllose Bürgerhäuser nahmen ihre spektakuläre Form an und all dies umgab die neue Stadtmauer. Die währenddessen stattfindenden landesweiten und örtlichen politischen Gefechte hinterließen auf den neuen Gebäuden ihre Spuren. Eine ganze Reihe von Aufschriften und Wappen zeugten vom politischen Standpunkt der Stadtbewohner, was die immer größere Rolle von Klausenburg in der Geschichte Sie­benbürgens angemessen widerspiegelt. Ein ähnliches Phänomen kann auch in anderen Städten beobachtet werden. Kaschau (Kassa) spielte im östlichen Gebiet der Oberen Teile (Felső Részek) eine Schlüsselrolle und die - sich in die Gattung der Wandchro­niken einfugende - Aufschrift, die an der Pfarrkirche der Stadt zu finden ist, stellt ein anschauliches Relikt der Loyalität gegenüber Ladislaus V. dar. Auch die Aufschrift an der Pfarrkirche von Lőcse ist unter dem Gesichtspunkt der Kunstgattung und der po­litischen Botschaft als ein ähnliches Relikt zu betrachten. Repräsentative Instrumente der Heraldik, die denjenigen in Klausenburg ähnlich sind, wurden auch auf dem monu­mentalen Wandbild in Hermannstadt (Szeben), das den Chor der Pfarrkirche schmückt, verwendet. Die aufgezählten Relikte bilden eine eigenartige und spektakuläre Gruppe der politischen Stellungnahme und spiegeln wahrheitsgetreu diese an Wendepunkten reiche Periode der ungarischen Geschichte in der Mitte des 15. Jahrhunderts wider. URBS. MAGYAR VÁROSTÖRTÉNETI ÉVKÖNYV Vili. 2013. 325-332. p.

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