Urbs - Magyar Várostörténeti Évkönyv 12. (Budapest, 2017)

Bányavárosok - Daniel Haas Kianička: Die Selbstverwatlung der Stadt Kremnitz im 16. Jahrhundert

DANIEL HAAS KIANIČKA DIE SELBSTVERWALTUNG DER STADT KREMNITZ IM 16. JAHRHUNDERT Einführung Eines der wichtigsten Merkmale der Städte im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit war ihre administrative und gerichtliche Selbstverwaltung. Städte un­terschieden sich von anderen Gemeinden unter anderem durch ihren Urbanis­mus (d. h. durch die Straßenstruktur, das Befestigungssystem) sowie durch ihre spezifische soziale Typologie: Auf einem relativ engen Raum lebten verhält­nismäßig viele Leute zusammen, die eine soziale Hierarchie bildeten, von der Elite bis hin zu den Armen und zu den am Rande der Gesellschaft Stehenden. In dieser spezifischen sozialen und urbanistischen Situation nahm die Selbstver­waltung eine sehr wichtige Rolle ein. Der strukturierte Organismus der Städte musste geregelt und ordentlich verwaltet werden. Zu den damaligen Idealen zählte Eintracht und Konsens. Die Autoren von theoretischen politisch-philo­sophischen Traktaten waren sich voll bewusst der (kulturellen, sprachlichen, alters- und geschlechtsbezogenen, konfessionellen, sozialen) Heterogenität des gesellschaftlichen Organismus der Städte sowie der Dynamik der Beziehungen innerhalb dieser sozialen Einheiten. Um den Anschein der Einheit zu bewahren, war es in den Städten erforderlich, die gegebene politische Ordnung aufrecht­zuerhalten und Verständigung sowie Einheit anzustreben. Im Werk von Martin Kraus aus Krausental, dem Schreiber der Prager Altstadt, Knižka obsahujici stav mestský (Ein Buch über den Bürgerstand) aus dem Jahre 1602 wird ange­führt, dass die Mitglieder der Städtegemeinden Bürger sind, „die einträchtig unter gewissen Rechten und Statuten miteinander gebunden, auch gewisse Ob­rigkeit haben, darauf abzielend, dass sie zusammen im Frieden und Eintracht sowie in guter Verständigung wohnen können“.1 Ähnlich äußerten sich auch ungarische Gelehrte. Valentin Eck, ein huma­nistischer Gelehrter und Schulrektor in Bartfeld (slow. Bardejov, ung. Bártfa), der früher im Dienst von Alexius Thurzó gewirkt und auch die Funktion des Kammergrafen in Kremnitz innehatte, legte in seinem dialogischen Werk De rei publicae administratione (1520) in den Mund der fiktiven Person des Fi­1 Bďžek 2010. 119-121. p. Urbs, magyar várostörténeti évkönyv xii. 2017. 75-105. p.

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