Ságvári Ágnes (szerk.): Budapest. Die Geschichte einer Hauptstadt (Budapest, 1974)
Von der Befreiung des Landes bis zur Schaffung Groß-Budapests (1945-1950)
Goldberger, die MÁVAG (Ungarische Waggon- und Maschinenfabrik), Tungsram und die Manfred-Weiss-Werke in Csepel). In dem befreiten Teil des Landes, in Debrecen, war bereits die demokratische Provisorische Nationalregierung gebildet worden, als sich Weihnachten 1944 der Belagerungsring um Budapest schloß. Um die Stadt zu schonen, entsandte die Sowjetarmee die Hauptleute Steinmetz und Ostapenko als Parlamentäre zur deutschen Oberkommandantur. Sie wurden jedoch meuchlings ermordet. Budapest wurde so 49 Tage lang zum Schauplatz schwerster Kämpfe. Für die in Kellern und Luftschutzräumen zusammengepferchte Bevölkerung brachten diese Tage schreckliche Leiden und Entbehrungen. Bescheidene ungarische Kräfte, so z. B. die Mitglieder des Budaer Freiwilligen Regiments, und voneinander isoliert kämpfende Gruppen nahmen am Kampf gegen die Nazis teil. Die Beendigung des Krieges bedeutete auch das Ende des konterrevolutionären Regimes, und in der Geschichte Budapests konnte eine neue Periode beginnen. Von der Befreiung des Landes bis zur Schaffung Groß-Budapests (1945-1950) (Vergleiche Dokumentenauswahl: XXVI—XXX) Budapest wurde von der Sowjetarmee nach schweren Kämpfen befreit. Auf dem linken Donauufer, in Pest, schwiegen die Waffen bereits am 18. Januar, doch auf dem rechten Ufer, in Buda, ergaben sich die letzten eingeschlossenen deutschen und ungarischen Einheiten erst am 13. Februar. In den mehr als sechs Wochen dauernden Straßenkämpfen wurde Budapest schwer zerstört. Die am 25. März 1945 durchgeführte Zählung ergab in Budapest insgesamt 832 800 Einwohner gegenüber den 1 379 562 des Jahres 1944. Die fehlenden 500 000 Personen waren zum größten Teil Opfer der Deportationen, des faschistischen Terrors oder des Bombenkriegs geworden. Viele Menschen waren während der Belagerung verhungert. Eine Vorstellung von den Ausmaßen der materiellen Schäden vermitteln folgende Zahlen: Von den 40 000 Gebäuden der Stadt waren insgesamt nur 10 000 unversehrt geblieben, Stadtteile, so das Burgviertel und seine Umgebung und ganze Straßenzüge lagen in Trümmern. Ungefähr 1,5 Millionen m3 Schutt bedeckte die Stadt. Sämtliche Donaubrücken waren zerstört worden, die Stadt war geteilt. Es gab weder Verkehrsmittel noch elektrischen Strom oder Gas und kaum Wasser. Ein trostloses Bild empfing die aus den Kellern, Luftschutzräumen und zwischen den Trümmern hervorkommende Bevölkerung. Die Mehrzahl der Pfeilkreuzler, die in der Stadtverwaltung eine Rolle gespielt hatten, war zusammen mit den zurückweichenden deutschen und ungarischen Truppen nach Westen geflohen. Das in Brand geschossene, schwer beschädigte Rathaus wurde von den sowjetischen Truppen am 18. Januar besetzt. 62