Budapest und Wien. Technischer Fortschritt und urbaner Aufschwung im 19. Jahrhundert - Veröffentlichungen des Wiener Stadt- und Landesarchivs 9. - Beiträge zur Stadtgeschichte 7. (Budapest - Wien, 2003)

Katalog - Budapest

216 9. Das Hauptzollamt, die Öffentlichen Lagerhäuser und der Elevator Lagerhäuser, Elevator Zur Zeit der Stadtvereinigung war der Hauptfaktor für das Werden Budapests zur konkurrenzlosen nationalen Metropole der hier konzentrierte Handel. Die adäquate Ansiedlung der zur reibungslosen Abwicklung des Warenverkehrs nötigen Anlagen war eine Grundsatzfrage der Stadtplanung. Der Uferabschnitt der Donau von Ferencváros (IX. Bezirk, Franz Stadt) verfügte über Gegebenheiten, die dafür besonders günstig waren. Die lose Verbauung und die Nähe des Wassers boten günstige Voraussetzungen für die Gestaltung eines Industriegebietes. Die Stadtplaner wiesen in erster Linie dieses Gebiet auch für den Zweck einer „Fabrikzone“ aus, nicht zuletzt im Hinblick auf die herrschende Windrichtung. Hier war ein Zentrum der Großmühlenindustrie (unter anderen die Concordia- und die Gizella-Dampfmühle), und in Anbetracht der Nähe der Viehmessen und der Routen des Viehtriebs ließen sich hier viele fleisch- und lederverarbeitende Gewerbebetriebe nieder. Ein Zentrum des Landmaschinenbaus (die Landmaschinenfabriken von István Röck und János Vidats) wurde ebenfalls hier erbaut, und hier war auch die staatliche Tabakfabrik. Den Uferabschnitt zwischen dem von Ybl gebauten Hauptzollamt und Borárosplatz, bzw. dem südlich davon platzierten Frachtbahnhof am Donauufer nahm der Großhandel in Besitz. Zwischen 1879-1881 wurden die öffentlichen Lagerhäuser ausgebaut. Aus den Kellern (mit riesigen Gewölben) der vier Lagerhäuser von je 1538 Quadratmeter Grundfläche führten Tunnel zu den Häfen. Daneben standen auch zwölf gewaltige, hölzerne Lagerhäuser den Händlern zur Verfügung. Am Ende des Komplexes am Borárosplatz wurde der Elevator errichtet, in dessen 16 m hohen Silos gleichzeitig 250.000 Doppelzentner Getreide gelagert werden konnten. Die Entladung dieser riesigen Quantität aus den Schiffen und Wagen sowie die weitere Bewegung dieser Mengen erfolgte ohne menschliche Muskelkraft. Die Anlage erhielt ihren Namen nach diesem Hebetransporterapparat mit Flözkette. Sie wurde zwischen 1880 und 1883 nach den Plänen von Christián Ulrich in der Nähe der öffentlichen Lagerhäuser gebaut. Der Elevator brannte im Zweiten Weltkrieg aus. Grundriss der Öffentlichen Lagerhäuser mit dem Elevator. BFL Übersichtskarte von 1895, Abschnitt 47 Querschnitt des Elevators, 1880-1883. BFL XV.17.d. 328. 101/80 (122x79) Der Elevator. Druck nach der Photo von Ferenc Kozmata. BTM 43.26.21,43.26.23 Der Elevator. Druck nach der Photo von Ferenc Kozmata. BTM 43.26.23 Plan der Öffentlichen Lagerhäuser. BTM 62.346.5

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