Molnár Antal: Egy raguzai kereskedőtársaság a hódolt Budán - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 2. (Budapest, 2009)
A Bona–Bucchia Társaság története - A társaság budai működése és felszámolása
80 rend die Versicherung in Venedig oder Florenz als eigener Geschäftszweig und Beruf galt, stammten sowohl die Versicherten als auch die Versicherer in Ragusa aus dem Kreise von Geschäftsleuten, die auf Grundlage der Wechselseitigkeit am Seehandel interessiert waren: Einzelne Personen treten in den Verträgen nämlich teils als Versicherte, teils als Versicherer auf. In den Versicherungen von Ragusa fehlen auch die Ausländer, d.h. die Kaufleute des Stadtstaates hielten das Geschäft mit den Seeversicherungen vollständig in ihren eigenen Händen. Neben den ursprünglich überwiegend adeligen Versicherern nahm die Zahl der Personen nichtadeliger Herkunft ständig zu, die größeren Summen wurden allerdings bis zum Ende des Jahrhunderts von den Patriziern aufgebracht.59 Die Juden traten als ein völlig eigenständiger Kreis von Geschäftsleuten auf. Gemäß der obigen Logik versicherten auch sie sich in der Regel gegenseitig, es gab allerdings auch Überschneidungen, was die Tatsache zeigt, das Scipione Bona auch einige jüdische Kaufleute versicherte. Seit Ende des 16. Jahrhunderts eroberten die jüdischen Geschäftsleute einen immer größeren Bereich des Versicherungsgeschäfts. Diese Entwicklung zeigt sich auch an ihrer immer bedeutenderen Rolle im Seehandel.6'1 Der Gewinn, der aus den für die einzelnen Routen abgeschlossenen Versicherungen stammte, war sehr gering. Im Falle von Schiffen, die in Richtung ostitalienischer Häfen ausliefen, betrug der Ertrag aus der versicherten Ladung im Allgemeinen 2% bis 3%, bei Schiffen, die in Städte im Ionischen oder Tyrrhenischen Meer fuhren, waren es 4% bis 10% und bei Fahrten in Häfen der Levante, Spaniens oder in nördliche Häfen 6% bis 12%.61 Folge hiervon war, dass der Gewinn, der aus dem Versicherungsgeschäft stammte, selbst bei den aktivsten Versicherern im Durchschnitt 100 bis 120 Scudo jährlich nicht überstieg. Ein einziger Versicherungsfall konnte so bereits zu einer passiven Jahresbilanz führen. Die Versicherungen in Ragusa waren somit nicht profitorientiert. Vielmehr muss man diese Art der Betätigung als Zeichen der gegenseitigen Solidarität der Kaufmannsgesellschaft von Ragusa verstehen, also als gemeinschaftliches Handeln, das nur im Rahmen des Verhältnisses zum Staat, zur Verwandtschaft und zu den Geschäftspartnern interpretiert werden kann. Die markantesten Phänomene dieses Handelns stellen die Versicherungen für staatliche Lieferungen dar, die praktisch - als öffentliche Aufgabe - von fast allen aktiven 59 Tenenti, A./Tenenti, B.: [wie Anm. 17.], S. 167-179. 60 Dieser Sachverhalt wird durch das Verzeichnis, das über die Versicherungen der jüdischen Kaufleute angelegt wurde, nachgewiesen. Nach relativ bescheidenen Anfängen wurde ab dem 17. Jahrhundert ein beträchtlicher Teil der Versicherungen bereits von jüdischen Kaufleuten für ihre Fracht abgeschlossen. Hrabak, Bogumil: Dubrovaöka osiguranja robe i brodova balkanskih i anadolskih jevreja 1539-1654 [Die ragusanischen Waren- und Schiffsversicherungen von Juden aus dem Balkan undaus Anatolien 1539-1654], Banja Luka 2007. Zum Italienhandel der jüdischen Kaufleute in Ragusa siehe: Samardzic, Radovan: Dubrovaöki jevreji u trgovini XVI i XVII veka [Juden aus Ragusa im Handel des 16. und 17. Jahrhunderts]. In: Samardzic, Radovan (Hrsg.): Jevrejski istorijski muzej - Beograd. Zbomik, Bd. 1. Studije i grada o jevrejima Dubrovnika [Jüdisches Historisches Museum - Belgrad. Studiensammlung, Bd. 1: Studien und Quellen über die Juden von Ragusa]. Belgrad 1971, S. 21-39; Popovic,Toma: Dubrovnik i Ankona u jevrejskoj trgovini XVI veka [Ragusa und Ancona im jüdischen Handel des 16. Jahrhunderts]. In: Ebenda, S. 41-53. 61 Tenenti, A./Tenenti, B.: [wie Anm. 17.], S. 341-367.