Molnár Antal: Egy raguzai kereskedőtársaság a hódolt Budán - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 2. (Budapest, 2009)

A Bona–Bucchia Társaság története - A társaság budai működése és felszámolása

113 Ausstellung von Dokumenten, verschiedene behördliche oder militärische Unterstüt­zung, Hilfeleistung von Tschauschen und Janitscharen, Eintreibung von Schulden und Bedrängung zahlungsunwilliger Schuldner. Darüber hinaus wurde auf diese Weise auch versucht, die Gunst der Beauftragten des Gegners zu gewinnen: Man entledigte sich der Pflicht zur Zahlung von Schulden und begegnete verschiedenen Störungen. Die Arten der Geschenke zeigen eine viel geringere Vielfalt als erwartet: Zumeist handelte es sich nur um Tuchstoffe, Süßigkeiten oder Früchte, sehr selten und in gerin­ger Höhe um Bargeld. Andere Gegenstände finden wir sehr selten. Lediglich einmal nahm ein Gast nach dem Abendessen mehrere Löffel und eine Silberfibel aus dem Haus von Bucchia mit sich. Anhand der Größe der Geschenke können wir nicht auf die Rangordnung der Mitglieder der osmanischen Verwaltung in Ofen schließen, nicht einmal auf die inoffizielle Position. Der Wert der Geschenke hing nämlich nicht in ers­ter Linie von der beschenkten Person ab, sondern von der Wichtigkeit der zu erledi­genden Angelegenheit. Natürlich durfte man einem Pascha oder Kadi nur Stoffe höchster Qualität geben, während für den Diener eines Tschauschen auch billige unga­rische Kersei gut war. Der Umfang der einzelnen Posten wurde vom Rang des Be­schenkten aber nicht wirklich beeinflusst. Im Falle besonders gewichtiger Angelegenheiten, beispielsweise um das Gefängnis oder eine horrende Bezahlung zu umgehen, erhielt auch ein Tschausch, ein Wojwode oder ein Imam Tuch im Wert von 30 bis 50 Taler oder sogar mehr. Währenddessen musste sich auch der Ofener Kadi in „Ruhezeiten” mit Süßigkeiten im Wert von 33 Dinar zufriedengeben. Die von den Kaufleuten aus Ofen erworbenen und unter den Mitgliedern des osma­nischen Apparats verteilten Stoffe geben einen guten Querschnitt über die Struktur des Textilhandels der Ragusaner im osmanischen Ungarn. Vor allem ist es eindeutig, dass der Markt von Ofen nicht durch das Angebot von besonders teueren Luxustextilien ge­kennzeichnet war. Unter den Stoffen finden wir so kein Tuch mit einer achtziger oder einhunderter Maschendichte und auch vornehme Samtstoffe kommen nur selten vor. Als billigster Stoff galt das Kersei-Tuch. Die ungarische Variante wurde für 40 Aktsche je Elle verkauft, die bessere für 70 bis 80 Aktsche. Dann folgte der Ormesino genannte leichte Seidenstoff, von dem eine Elle 120 Aktsche kostete. Am häufigsten treffen wir Sechziger- oder Siebziger-Tuch, Atlas und Seide mittlerer Qualität im Wert von 150 bis 160 Aktsche an. Eine Preiskategorie höher befanden sich - zweifellos wegen der Fär­bung-rosarotes und grünes Tuch, Granattuch, Damast und karmesinroter Atlas (180 bis 200 Aktsche pro Elle). Die Spitze bedeuteten das Scharlachtuch (260 bis 300 Aktsche pro Elle) sowie das Samt (360 Aktsche pro Elle). Über die Herkunft der Stoffe berichtet das Rechnungsbuch nur selten. Wie ihre Partner vom Balkan handelten auch die Ragu­saner von Ofen vor allem mit Stoffen aus Venedig und Florenz.160 Bei den Süßigkeiten verteilte Zamagna am häufigsten Hutzucker und in okka ausgewogenen Zucker. Außer­dem beschenkte er seine Zielpersonen mit gezuckerten Früchten und Südfrüchten, ins­besondere mit Orangen und Zitronen, seltener mit Granatäpfeln. 160 Zu den Tucharten und zum Tuchhandel siehe die nach dem Glossar angegebene Literatur.

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