Molnár Antal: Egy raguzai kereskedőtársaság a hódolt Budán - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 2. (Budapest, 2009)

A Bona–Bucchia Társaság története - A társaság budai működése és felszámolása

110 samte osmanische Ungarn: Im Norden reichte er bis nach Gran, Hatvan und Nógrád, er umspannte die bedeutendsten osmanischen Zentren in der Großen Ungarischen Tief­ebene (Alföld) und in Transdanubien, darunter Szolnok, Becskerek, Zombor, zum Teil auch Temeschwar und Modava bzw. Ráckeve, Weißenburg, Szekszárd, Sziget, Fünf­kirchen und Vörösmart. Die Historie des Nachlassverfahrens ist eigentlich nichts anderes, als die Geschich­te der Beziehung zwischen Serafino Zamagna und dem osmanischen Apparat in Ofen. Diesem Sachverhalt ist es zu verdanken, dass sich Struktur und Funktion des Amtsappa­rats des Vilayet-Sitzes aus dem Rechnungsbuch und den Bescheinigungen detaillierter abzeichnen, als aus den bisher bekannten Quellen, und wir die Beamten des Hofes des Beglerbegs und des Kadi-Gerichts kennenlernen, d.h. zumindest jene, die in einer derar­tigen Angelegenheit innerhalb der Amtsorganisation Gewicht hatten.156 Der Nachlassverwalter kam in der Zeit vom Januar 1592 bis zum Sommer 1595 mit drei Ofener Paschas in Kontakt, nämlich mit Sufi Sinan, Hasan und Mehmed. Die Unterstützung durch den Pascha und einzelne Mitglieder des Hofes konnten in der ei­nen oder anderen umstrittenen Angelegenheit von entscheidender Bedeutung sein, weswegen sich Zamagna in allen Fällen an sie wandte. Die Schlüsselfigur des Appa­rats war nach dem Beglerbeg sein Stellvertreter, der kethüda. Dessen Hilfe nahmen die Ragusaner am häufigsten in Anspruch. Mit einem weiteren Stellvertreter, mit dem in der Abwesenheit des Paschas befehlenden kaymakam, hatten die Ofener - im Gegen­satz etwa zu den Belgradern - ziemlich wenig zu tun. Bei der Ingangsetzung des Nach­lassverfahrens spielte der emirahur ba$i (Marschall), der zur Ernennung des Konkursverwalters nach Ragusa reiste, eine besondere Rolle. Um Eintritt zum Hof zu erlangen, musste man gute Beziehungen zu den am Tor postierten Tschauschen, zu den peyk und kapici bzw. zu ihren Offizieren, dem kapicibap, gavu§ba§i und dem kapicilar kethüdasi pflegen. Bei der Erledigung von alltäglichen Angelegenheiten be­deuteten die Tschausche die größte Hilfe. Diese stellte der Pascha oder der kethüda den Personen, die sie anforderten, zur Verfügung. Die Tschausche begleiteten die Kaufleute auf ihren Reisen, halfen ihnen bei der Eintreibung von Schulden, zwangen 156 Die gründlichste Vorstellung der osmanischen Beamten in der Zentrale der Provinz verdanken wir Lajos Fekete: Fekete: Budapest [wie Anm. 2.], S. 170-220. Über die Beamten, die in den Ämtern des Paschas und des Kadis tätig waren, weiß allerdings auch er relativ wenig, denn hierüber sind sowohl die türkischen als auch die christlichen Quellen ziemlich wortkarg (siehe auch: Fekete, Lajos: Párhuzam az isztanbuli és budai török hivatali ügyvitel között [Parallelen in der türkischen Amtsgeschäftsführung in Istanbul und Ofen], In: Levéltári Közlemények, 28-29 (1941), S. 208-222). Auch die Untersuchung des Aufbaus des osmanischen Apparats in der Provinz zählt nicht zu den herausragenden Forschungsthemen der internationalen Osmanistik. Dies geht auch aus den Mängeln der neuesten institutionsgeschichtlichen Synthese deutlich hervor: Imber, Colin: The Ottoman Empire 1300-1650. The Structure of Power. Houndmills/New York 2002, S. 177-251. Ungarische Ausnahmen: Dávid, Géza: A simontornyai szandzsák a 16. században [Der Sandschak von Simontornya im 16. Jahrhundert]. Budapest 1982, S. 22-36; Fodor, Pál: A budai pasa [Der Pascha von Ofen], ln: Kőszeghy, Péter (Hrsg.): Magyar Művelődéstörténeti Lexikon. Középkor és kora újkor [Ungarisches Kulturhistorisches Lexikon. Mittelalter und frühe Neuzeit], Bd. I. Budapest 2003, S. 470-473.

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