Molnár Antal: Egy raguzai kereskedőtársaság a hódolt Budán - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 2. (Budapest, 2009)

A Bona–Bucchia Társaság története - A társaság budai működése és felszámolása

107 und Geldgeschäften interessierten osmanischen Offizieren und Beamten, während er mit der Kreditgewährung vor allem den Markt für die aus Ragusa eintreffenden Stoffe in Richtung der osmanischen Zentren in der Provinz ausweiten wollte. Die höherrangi­gen Beamten gelangten aufgrund ihrer Position leichter und häufiger zu Krediten von Kaufleuten aus Ragusa. Aufgrund der Höhe der Verpflichtungen und Forderungen von Bucchia, genauer gesagt der ausgezahlten und eingenommenen Summen, können wir hingegen keine weitreichenden Schlüsse ziehen. Abgesehen von einigen eindeutigen Fällen wurde oftmals nur ein Teil der gesamten Summe eingezahlt bzw. eingetrieben, so dass wir die innere Hierarchie des oben skizzierten Geschäftskreises nicht darstel­len können. Unter den osmanischen Gläubigern schuldete er dem Mufti von Ofen mit 1.200 Talern das meiste Geld, gefolgt von Sadik, dem Beauftragten von Ibrahim Efen­di, mit 1.000 Talern. Die mittlere Kategorie bildeten Schulden in Höhe von 100 bis 500 Talern, während eine Schuld von unter 100 Talern selten war und ganz gewiss nicht den Gesamtbetrag des Kredits darstellte. Das Verzeichnis der Schuldner ist noch weniger geeignet, irgendeine Rangliste aufzustellen. Alleine vom Beg von Sziget ge­lang es, eine größere Schuld einzutreiben, insgesamt 409 Taler in drei Raten. Die rela­tiv beträchtliche Einnahme aus der Liquidation stammte nicht aus eingetriebenen Schulden, sondern aus dem Verkaufserlös von Mobilien, Pfändern und Waren sowie aus Geldern, die vom Fiskus zurückerworben wurden. Über die jüdischen und christlichen Geschäftspartner von Bucchia wissen wir noch weniger. Völlig wirr ist sein Verhältnis zu der Frau aus Keve, die den Namen Andela trägt, und zu ihrem Sohn, der möglicherweise - aufgrund der identischen Schuldensummen - als Stjepan Bosanjic identifiziert werden kann, obwohl dies im Rechnungsbuch ausdrücklich nirgendwo behauptet wird.151 Laut Scipione Bona schul­dete Bucchia ihnen lediglich 500 Taler,152 das Rechnungsbuch spricht von 1.700 Ta­lern und die Bescheinigungen weisen 4.200 Taler aus. Wie es sich auch immer verhielt, die Frau aus Keve verursachte Zamagna das meiste Kopfzerbrechen, er geriet wegen ihr sogar ins Gefängnis. Eine ebenfalls bedeutende Summe, nämlich 200.000 Aktsche schuldete Bucchia einem Juden namens Isak, die er schließlich aber nicht zah­len musste. Der unter den Schuldnern von Bucchia erwähnte Péter deák floh nach sei­ner Freilassung aus dem Gefängnis nach Wien, so dass sie von ihm nichts erhielten und nur mit seinen Bürgen, mit den - wahrscheinlich aus Keve stammenden - Richtern, prozessieren konnten. Péter deák von Keve und Pest war Ende des 16. Jahrhunderts eine relativ bekannte Gestalt im westlichen Außenhandel des osmanischen Ungarns. 1590/1591 taucht er in den Verzeichnissen des Zolls von Maria Eilend mehrmals auf: Er brachte „türkische Waren”, d.h. Teppiche, Decken, Pfeffer und einen Tuchstoff mit 151 Zum Handel von Keve in der Türkenzeit siehe: Miskei, Antal: Ráckeve története [Geschichte von Ráckeve], Bd. 1: Ráckeve története a kezdetektől 1848-ig [Geschichte von Ráckeve von den Anfängen bis 1848], Ráckeve 2003, S. 131-160. 152 Dok. III. 23-24.

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