Molnár Antal: Egy raguzai kereskedőtársaság a hódolt Budán - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 2. (Budapest, 2009)
A Bona–Bucchia Társaság története - A társaság budai működése és felszámolása
105 uns anhand der Depositen, die von Zamagna an ihre Eigentümer zurückgegeben wurden, einen gewissen Begriff machen: Unter den rückerstatteten Gegenständen befinden sich Kersei, Tuch- und Seidenstoffe, verschiedene Kleiderstücke (Mäntel, Kaftane, Hemden, Pelze, Dolmane, Hüte, Pantoffeln und Stiefelfutter), Pferdegeschirr, Schmuck, Messer und ein Krummsäbel. Auch die 18 Personen, die im Depositenverzeichnis eine Rolle spielen, spiegeln die obigen Proportionen wider: Außer dem ungarischen Kaufmann Mihály deák, Jovan aus Keve und dem Kürschner Beno sowie zwei Juden sind alle anderen Muslime.143 Die Beziehungen zwischen den Kaufleuten aus Ragusa und ihren osmanischen Geschäftspartnern waren natürlich nicht ohne Probleme, denn Letztere fanden - trotz der privilegierten Stellung der Ragusaner - aufgrund ihrer Machtposition leichter Möglichkeiten, sich ihrer Zahlungspflichten zu entledigen, und konnten zugleich ihren Forderungen effektiver Nachdruck verleihen, ln Erkenntnis dieser Situation verboten die Gründungsverträge von ragusanischen Handelsgesellschaften oftmals ausdrücklich die Gewährung von Krediten an muslimische Händler. Die Gesetzmäßigkeiten des Marktes sahen allen Anzeichen nach aber anders aus, denn fast alle Kaufleute aus Ragusa standen in irgendeiner Geschäftsbeziehung zu den Vertretern der Eroberer.144 145 In seinem Testament schreibt Bucchia sogar den Kredittransaktionen mit ihnen beträchtliche Einnahmen der Gesellschaft zu. Zwischen den Gruppen von muslimischen Gläubigern und Schuldnern können wir einige grundlegende Unterschiede ausmachen. Im Falle der Gläubiger bestimmt das Rechnungsbuch den Ort der Herkunft nicht. Diese waren wohl größtenteils Personen mit Sitz in Ofen oder Pest. Ein Teil von ihnen stammte - mit Ausnahme des Muftis von Ofen - aus den Reihen der mittleren und niederen Beamten der Vilayet-Zentrale: Es handelte sich um kethüda, Wojwoden und Tschausche, wir finden aber auch einen kullukqi, einen veznedar und einen tezkereci. Die anderen sind Soldaten, die bei der lokalen Wache von Ofen Dienst tun: Janitscharen und ein Sipahi. Der Kreis der Schuldner setzt sich aus einer ganz anderen Gesellschaft zusammen. Sie bilden einen weitaus vornehmeren und auch territorial wesentlich umfassenderen Kreis. An der Spitze der Gruppe steht die Elite der türkischen Besatzungsverwaltung: der Pascha von Teme- schwar sowie sechs Sandschakbegs. Zamagna gelingt es nicht, vom Pascha und vom Beg von Modava Geld einzutreiben. Die Begs von Weißenburg, Szekszárd, Sziget und Nógrád kann er demgegenüber zumindest zu einer Teilzahlung veranlassen. Diese höheren Beamten gehörten zur Führungsgeneration der letzten „Friedenszeit” vor dem Ausbruch der langen Türkenkriege, wie sie der Chronist Ibrahim Pesevi charakterisiert: Sie zählten zu den alten Kämpfern und waren weise und ausgezeichnete Männer dieses Jahrhunderts.143 Auch sie vertrieb, wie so viele Andere, der Wind des Großen 143 Dok. III. 26/52. Das Wort deák bedeutete im Ungarischen ursprünglich Schriftkundiger oder Gelernter, später nannte man so die vermögenderen Kaufleute. 144 Molnár: Le Saint-Siége [wie Anm. 9.], S. 46-47. 145 Folgendes schrieb er über den Sandschakbeg von Nógrád Mehmed Beg Karaleli: SZEKFÜ, Gyula (Red.): Török történetírók [Türkische Geschichtsschreiber], Bd. 3: (1566-1659). Übers.: Karácson, Imre. Budapest 1916, S. 102.