A budai mészárosok középkori céhkönyve és kiváltságlevelei - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 1. (Budapest, 2008)

AUFSÄTZE

In einem Buch von Éva Sz. Koroknay (Koroknay, Éva Sz.: Magyar reneszánsz könyvkötések. Kolostori és polgári műhelyek [Ungarische Renaissan­ce-Buchbindereien. Klösterliche und bürgerliche Werkstätten] (= Művészettörténeti fűzetek, 6). Budapest 1973) ist dieses Zunftbuch der Namensgeber für die Einband­gruppe Nr. X (64. Satz). Unter den Einbänden, die dieser Gruppe zugeordnet wurden, gehören zwei sicherlich nicht in diese Gruppe, nämlich Nr. 271 und Nr. 301, die übri­gen sind hingegen hierhin einzureihen. Die Inkunabel, die bei Koroknay unter der Nummer 84 registriert ist und in der Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wis­senschaften mit der Signatur Inc. 877 aufbewahrt wird (CIH 3417: Ubertinus de Casa­li: Arbor vitae crucifixae Jesu Christi. Venezia 1485), kommt dem Zunftbuch der Ofener Fleischer hinsichtlich der Gestalt der Stempel - mit Blick auf das Zeitalter der Inkunabel Nr. 100 der Széchenyi-Staatsbibliothek mit der Signatur Inc. 182 (CIH 2317: Missale Strigoniense. Venezia 1498). Mit dem Einband der Inkunabel 877 der Akademiebibliothek gibt es vier Übereinstimmungen hinsichtlich der Stempeln: 1, 4, 5 und 6. Mit dem Einband der Inkunabel 182 der Széchenyi-Bibliothek gibt es eine Übereinstimmung bei drei Stempeln: 4, 5 und 6. Die drei Einbände wurden also in ein und derselben Buchbinderwerkstatt in zeitlicher Nähe zueinander, also gegen Ende der 1490er Jahre angefertigt. Zu diesen gehört auch die - bei Koroknay allerdings nicht behandelte - Inkunabel mit der Signatur Inc. VI. 5, die im Batthyaneum vom Alba Iulia (Gyulafehérvár, Weißenburg) zu finden ist. Diese enthält vier zusammengebundene Werke, wovon drei in Venedig und eines in Pescia zwischen 1490 und 1492 hergestellt wurden. Die Inkunabel, die im Batthyaneum unter der Signatur Inc. VI. 5 aufbewahrt wird, hat einen Halbledereinband. Von den Stempeln stimmen drei mit denjenigen auf dem Einband des Zunftbuches der Fleischer zu Ofen überein: 1, 2 und 4. Die Inkunabel des Batthyaneums (Inc. VI. 5) befand sich einst im Eigentum von Johannes Henckel (1481-1539), der der Beichtvater von Königin Maria, der Witwe von Ludwig IL, war. Ein Teil der Bücher von Henckel, der aus Oberungarn (heutige Slowakei) stammte, gelangte in die Bibliothek der Kirche des Heiligen Jakobs in Leutschau (Lőcse). Ignác Batthyány kaufte die Kirchenbibliothek und ließ seine Bücher, als er Bischof von Siebenbürgen wurde (1780 bis 1798), zu seinem Bischofssitz in Weißenburg (Gyula­fehérvár) in das von ihm gestiftete Batthyaneum bringen. Dort befinden sie sich auch heute noch. 2 2 Vgl. MUCKENHAUPT, ERZSÉBET/ROZSONDAI, MARIANNE: Historische Bucheinbände aus dem Besitz Johannes Henckels. In: Gutenberg-Jahrbuch. Mainz 1999, S. 214-216).

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