A budai mészárosok középkori céhkönyve és kiváltságlevelei - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 1. (Budapest, 2008)

AUFSÄTZE

Illustration aber ein Beispiel hervor. Nach einem Eintrag im Rechnungsbuch vom 13. VI. 1510 kamen die Zunftmeister Kaspar (Gáspár) Stangelt und Wolfgang (Farkas) Schreiber sowie die acht vereidigten Meister zu einer Rechenschaftslegung zusam­men. 55 Auf dem ersten Platz des Fleischereiverzeichnis des selben Jahres finden wir zuerst Kaspar (Gáspár) Stangelt, dann folgt Wolfgang (Farkas) Schreiber. 56 Anders als bei den übrigen ist auf dieser Liste aber der Name Wolfgang (Farkas) Schreiber unter­strichen und neben seinem Namen nicht vermerkt, dass er die zwei Forint gezahlt hätte. Dies ist daher interessant, weil der Name Wolfgang (Farkas) Schreiber in der Regel auf der Liste der Fleischereien fehlt, wir ihn aber zugleich in verschiedensten Angelegenheiten auf den Seiten des Rechnungsbuches finden können, er also als akti­ves Mitglied der Zunft in Erscheinung tritt. Wie wir gesehen haben, wurde er 1510 gar zum Zunftmeister ernannt. Und außerdem vertrat ein „ Wolfgangus litteratus", dessen Übereinstimmung mit Wolfgang (Farkas) Schreiber wegen der bedeutungsmäßigen Übereinstimmung des lateinischen und des deutschen Namens keinen Zweifel zulässt, laut einer Urkunde vom 29. November 1509 und einer weiteren vom 2. Juni 1519 als Zunftmeister die Interessen der Zunft. 37 Drittens müssen wir all dem hinzufügen, dass wir für die Jahre von 1509 bis 1519 auf den ersten zehn Plätzen der Fleischereilisten von der genannten Person abgesehen keinen einzigen anderen Meister mit dem Vornamen Wolfgang (Farkas) finden können. Aufgrund der obigen Ausführungen können wir fest­stellen, dass Wolfgang (Farkas) Schreiber, obwohl er nachweislich mehrmals Zunftmeister der deutschen Fleischer war (1509, 1510, 1519), aus irgendeinem Grund die 2 Forint für seine Fleischerei nicht zahlte und wir seinen Namen deshalb auf den jährlich erstellten Listen nicht finden. Wir können überdies auch darauf schließen, dass Wolfgang (Farkas) Sánta vermutlich mit Wolfgang (Farkas) Schreiber (und mit Wolf­gangus litteratus) identisch ist, weil auf den Listen über die Fleischereien auf den ersten zehn Plätzen kein anderer Wolfgang (Farkas) hervortritt. Wie wir gesehen haben, vertrat aber er, also Wolfgang (Farkas) Sánta, im Jahre 1514 zusammen mit seinem Zunftmeis­terkollegen Thomas (Tamás) Thibolt die Zunft. (Thomas (Tamás) Tibolt fand sich 1514 auf Platz 1 der Liste.) Unser Gedankengang lässt keine andere Antwort zu. (Wir könnten zu einem anderen Ergebnis kommen, wenn unsere Beobachtung über die Hierarchie der Liste sich als nicht richtig erweisen würde.) Auf die Frage, warum wir Wolfgang (Farkas) Schreibers Namen nicht auf der Liste der Personen finden, die Abgaben für ihre Fleischereien zahlen, könnte als Erklärung vielleicht eine Eintragung aus dem Jahre 1505 dienen: Wolfgang (Farkas) 55 „do ist pey gebesen maister Caspar, Wollffgang Schreiber czechmaister und alle acht maister pel gewesen pey maister Niclas Reichel geraidt" (Zunftbuch, fol. 51t), 56 1510 (ebenda, fol. 56r). 57 29. XI. 1509/17. IX. 1514 (Hauptstädtisches Archiv Budapest (BFL), XV. 5. Nr. 10, (Ungarisches Staatsarchiv (MOL), Photosammlung der mittelalterlichen Urkunden (DF), 286057), Nr. 15); 2. VI. 1519 (Hauptstädtisches Archiv Budapest (BFL), XV. 5. Nr. 11, (Ungarisches Staatsarchiv (MOL), Photosammlung der mittelalterlichen Urkunden (DF), 286058). Zur Quellenpublikation siehe Quellen II. Nr. 18).

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