A budai mészárosok középkori céhkönyve és kiváltságlevelei - Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez 1. (Budapest, 2008)

AUFSÄTZE

177 • * 178 gehörten zur deutschen Fleischerzunft von Pest 1 " 24 Fleischereien." 0 In Preßburg ge­nehmigte der Zunftbrief des Jahres 1376 28 Fleischereien. 179 In Ödenburg (Sopron) waren 14 Fleischereien genehmigt, diese Zahl wurde allerdings nicht immer aus­geschöpft. Für das Jahr 1532 sind uns auf alle Fälle 14 selbständige Meister überlie­fert. 180 In Ofen war also - verglichen mit den anderen Städten - deutlich mehr Fleisch notwendig. Hier müssen wir auf das von István Tringli aufgeworfene Problem zurückkeh­ren 181 und wiederum einer Analogie zum Ausland Beachtung schenken. In Frankfurt veränderte sich die Zahl der Fleischereien. Im Jahre 1359 gab es 58, 1440 59 und von 1481 bis 1522 schwankte die Zahl jährlich zwischen 64 und 75. 1522 existierten 72. Die Zahl der Fleischer war am Ende des Mittelalters also eher durch Stagnation ge­kennzeichnet. 182 Auch Szűcs zog eine Analogie zu Frankfurt. Seiner Meinung nach entfiel Ende des 14. Jahrhunderts ein Fleischer auf etwa 150 Bürger, wobei er von ins­gesamt 10.000 Bürgern ausging. Gemäß der Zahl der bekannten Fleischer dürfte die Einwohnerzahl von Ofen gegen Ende des Mittelalters so maximal 7.000 betragen ha­ben. 183 Wie wir gesehen haben, beanstandete Tringli in seiner Stellungnahme als Lek­tor, dass die Zahl der Fleischer in Ofen im Vergleich zur Zahl der Bürger zu hoch angesetzt sei. Hierbei handelt es sich offensichtlich um einen Irrtum, denn ich glaube nicht, dass Tringli die Einwohnerschaft der ungarischen Hauptstadt auf weniger als 7.000 Personen schätzt. Ich selbst habe die Bewohnerzahl des Verwaltungsgebietes von Ofen, d.h. also z.B. ohne der Vorstadt Ofen-Felhévíz, gegen Ende des Mittelalters auf 13.500 Personen angesetzt. 184 Ich kann daher die neuzeitliche Analogie von Tringli nicht akzeptieren. Es scheint, dass in Ofen nur bestimmt wurde, wer überhaupt im je­weiligen Jahr Fleisch verkaufen durfte. Dennoch enthält die Auffassung meines Lek­tors einen Kern an Wahrheit: In den deutschen Städten des Mittelalters wurde die Menge des Fleisches, das pro Woche abgewogen bzw. verkauft werden durfte, gere­gelt. Diesen Sachverhalt würde ich aber nicht mit der jährlich erfolgenden Verteilung der Fleischereien in Verbindung bringen. Obwohl uns über die wöchentliche Vertei­177 KOVACHICH, MARTINUS GEORGIUS: Formulae solennes styli. Pesthini 1799, S. 383-385. Es gab aber auch hier ungarische Fleischer. Der angesehene Bürger Peter Bodo von Temeschwar (Temesvári) war zwar kein Fleischer, dennoch besaß er eine Fleischerei „in ordine Macellorum Hungarorum." (Ungarisches Staatsarchiv (MOL), Mittelalterliche Urkundensammlung (DL), 61985 (1511)). 178 Ungarisches Staatsarchiv (MOL), Archiv der Ungarischen Kanzlei, A 57 Libri regii. Tom. I. p. 94. nr. 164. (= Királyi Könyvek 1-9. kötet. 1527-1647 [Königliche Bücher. Bd. 1-9. 1527-1647]. CD-Rom (Arcanum Digitéka) 179 KIRÁLY, Pozsony [wie Anm. 44] S. 188. 180 MOLLAY, Családtörténet [wie Anm. 142], S. 294, S. 320. 181 Siehe oben, Anm. 75. 182 LERNER, Geschichte des Frankfurter Metzger-Handwerks [wie Anm. 32]. 183 Szűcs, Városok és kézművesség [wie Anm. 2]. 184 KUBINYI, ANDRÁS: A Magyar Királyság népessége a 15. század végén [Die Bevölkerung des Königreichs Ungarn am Ende des 15. Jahrhunderts]. In: Történelmi Szemle, 38 (1996), S. 149, Anm. 72. An dieser Stelle bemerke ich, dass ich die Zahl der Personen am königlichen Hofe und derjenigen, die mit ihm in Verbindung standen, heute höher schätze. Deswegen war die Zahl der lebensmittelverbrauchenden Personen in der Hauptstadt wahrscheinlich höher als die obige Zahl.

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