Aggházy Kamil: Budavár bevétele 1849-ben II. - Budapest Történetének Forrásai (Budapest, 2001)

Okmánytár

das Kommando zu übernehmen, mussten aber den Versucht aufgeben, da die Mauern schon durchgehends von Insurgenten besetzt waren. Um diese Zeit soll den Insurgenten auch das Eindringen am Wiener Thor gelungen sein, was jedoch der Eingansgenannte Lieutenant nicht verbürgen kann. Als der Herr Oberst Allnoch sahen, dass keine Rettung mehr sein, so stellte er sich mit brennender Lunte ganz zu den auf der Kettenbrücke stehenden Minenkästen, schickte seinen Adjutanten mit weisser Fahne an die Insurgenten und von denselben, unter der Androhung die Brücke zu sprengen eine menschliche Bedingung zu erzwingen. Bevor jedoch der Adjutant zurückkehrte, drangen aus der Festung, als auch an den unbesetzten Palisaden Insurgenten auf uns ein. Die halbe Kompagnie Kroaten hatte bereits das Gewehr gestreckt. Wir wurden gefangen genommen. Ein Honvéd näherte sich dem Herrn Oberst von Allnoch, in demselben Augenblickte zündete dieser die Mine und sprengte sich selbst in die Luft. Die gefangenen Offiziere wurden auf die Festung in das Inspectionszimmer der Hauptwache gebracht; ein Theil derselben war, wie wir später erfuhren, in einem Zimmer in der Burg. Dort auf der Hauptwache erfuhren wir auch, dass der Herr G[eneral]m[ajor] Hentzi nicht todt, sondern nur schwer verwundet sey und im Generalkom- mandogebäude liege. Er starb am 22. Mai. Am 21. Nachmittag wurde die gefangene Mannschaft und die Offiziere nach Abkochen eskortiert. Der Weg dahin war nur dadurch erträglich, dass der Schimpf, der uns vom Pöbel angethan wurde, gewiss ein unverdienter war. Von Seite der Insurgenten erfuhren die Gefangenen durchaus eine gute Behandlung, besonders war man - mit sehr wenigen Ausnahmen - gegen die Offiziere sehr rücksichtsvoll. Die Zahl der gefangenen Offiziere übersteigt. Gewiss 70, so wie jene der Mannschaft 3000. Der Geist der Besatzungstruppe war ein durchgehends guter bis ans Ende, nur vom Bataillon Ceccopieri kann der schon oben genannte Lieutenant nicht glauben, dass es bei Bewachung und Vertheidigung der Bresche ganz seine Schuldigkeit gethan habe; denn - hätte es diese gethan, es wäre völlig undenkbar, wie plötzlich so viele Insurgenten in der Festung sein konnten. Der Schreiber dieses, der gleichfalls in Ofen gefangene Lieutenant Georg Leitgeb erhielt vom ungarischen Anführer Görgei einen 6 wöchentlichen Urlaub nach Wien, da derselbe zufällig durch einen einstigen Kameraden des Schreibers, die etwas traurigen Familienangelegenheiten der letzteren erfuhr. 302

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