Szita László (szerk.): Tanulmányok a török hódoltság és a felszabadító háborúk történetéből. A szigetvári történész konferencia előadásai a város és vár felszabadításának 300. évfordulóján, 1989 (Pécs, 1993)

I. Tanulmányok a török alóli felszabadító háború kérdéseiről - LUDWIG HÜTTL: Die Türkenkriege aus der Sicht des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation

und 650.000 Zentner Hafer insgesamt 1,4 Millionen Gulden. Die Reparierung der Feldartillerie kostete 12.000, und die Ausgaben für Schiffe und Schiffsbrüc­ken belieten sich aut 52.000 Gulden. Die Feldkasse benötigte für die Besatzun­gen in Ungarn einschließlich Siebenbürgens 500.000 Gulden, und die Verbündeten, insbesondere Bayern und Pfalz, forderten 300.000 Gulden Subsi­dies Die Befestigungen kosteten 150.000 Gulden und die Verpflegung der Frei­willigenverbände 100.000 Gulden. Insgesamt waren 5.444.000 Gulden erforder­lich, um die Kriegskosten allein für drei Monate begleichen zu können. Hinzu kamen noch Soldrückstände und Schulden von 2,5 Millionen Gulden. Als Aus­weg boten sich neue Staatsanleihen, Darlehensaufnahme bei vermögenden Minis­tern und Adeligen, Verpfändungen und Verkauf kaiserlicher Güter, Rechte und Einkünfte sowie Steuererhöhungenan. Nur durch die direkte oder indirekte Mithilfe der Untertanen, der Landstände und verschiedener Reichsfürsten wie Max Emanuel von Bayern oder Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden wurde der habsburgische Kaiser in die Lage versetzt, die Türkenabwehr in dem Maße zu organisieren, wie es im 16. bis 18. Jahrhundert tatsächlich geschehen ist. Hinzu amen die Soldsoldaten aus dem Reich bzw. aus benachbarten Territorien wie Dänemark, Holland, Schweden und die vor allem adeligen Freiwilligen, die aus den deutschen Reichslanden, aus den spanischen Niederlanden, aus italienischen Territorien, aus Spanien und wie 1664 selbst aus Frankreich dem Kaiser zu Hilfe eilten. Diese positiven Aspekte der Reichshilfe können um so höher bewertet werden, betrachtet man die Schwierigkeiten der Reichsstruktur, denen sich der Kaiser ge­genübersah, die Schwierigkeiten langwieriger politischer Willensbildung auf dem Reichstag mit seinen rund 150 Mitgliedern und auf den Landtagen der verschie­denen Territorien mit ihren zahlreichen geistlichen und / oder weltlichen Mitglie­77 dern. Allein in Bayern gab es über 500 Ständeverordnete. Sie alle hatten zu­mindest indirekt mitzusprechen, wenn es um die sogenannte Türkenfrage, also um Ungarn ging. Hinzu kamen die Probleme der Befehlsstruktur innerhalb der „armierten Stän­de", innerhalb der eigenständig operierenden Kreistruppen, der Zusammenset­zung des Reichsheeres und des kaiserlichen Heeres. Die gleichzeitige Bedrohung des Deutschen Reiches durch die französischen Reunionen einerseits und die os­manische Gefahr andererseits führten zu Beginn der 80er Jahre des 17. Jahrhun­derts sogar zu einer Reichskriegsreform, die längst überfällig war, seit Jahrzehnten erstrebt, aber immer wieder hinausgeschoben worden war. Das

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