Szita László (szerk.): Előadások és tanulmányok a török elleni visszafoglaló háborúk történetéből 1686-1688 (Pécs, 1989)

Előadások és tanulmányok - Ludwig Hüttl: Kurfürst Max Emanuel von Bayern und die Rückeroberung Ungarns von den Osmanen

Belgrad ein, um die Festung einzuschließen. Nach mehrwöchiger Belagerung wurde die Festung am 6. September erobert, Max Emanuel wieder in vorderster Linie kämpfend, den Degen in der Hand, zweimal leicht verwundet. 72 VIII) AUSBLICK Die Siege des jungen bayerischen Kurfürsten Max Emanuel in Ungarn stellten den Höhepunkt seines gesamten Lebens dar. Diesen Höhepunkt konnte er in der Folgezeit trotz vielfältiger Versuche niemals mehr überschreiten. Der Ruhm des Türkensiegers ist ihm geblieben; sein Name war in ganz Europa bekannt. Weder im Bündnis mit dem Kaiser während des Pfälzer Erbfolgekriegs (1688-1697) noch später im Bündnis mit Frankreich erhielt er je wieder den Oberbefehl über die Gesamtarmee. Auch seine Hoffnungen auf das spanische Erbe, die in dieser Zeit der Türkenkriege in Ungarn grundgelegt wurden, erfüllten sich nicht. Max Emanuels einziger Sohn aus seiner Ehe mit der Kaisertochter Maria Antoina, Joseph Ferdinand, wurde zwar 1698 vom spanischen König Karl IL als Universalerbe des spanischen Weltreichs eingesetzt. England und Holland unterstützten diese Lösung, um einen Krieg zwischen den Häusern Österreich und Bourbon zu verhindern. Machtpolitisch würde Europa im Gleichgewicht gehalten. Doch am 6. Februar 1699 starb Joseph Ferdinand in Brüssel unerwartet im Alter von 6 12 Jahren. Damit verlor Max Emanuel alle Ansprüche auf Spanien. Um doch noch am Erbe parti­zip'eren zu können, verbündete er sich seit 1701 02 mehrfach mit dem französischen König Ludwig XIV., dem vermeintlichen Sieger in den voraussehbaren europäischen Ausein­andersetzungen um das spanischen Erbe. Die Folge war die totale Niederlage der baye­risch-französischen Truppen in der Schlacht von Höchstädt am 13. September 1704. Die Sieger waren Prinz Eugen von Savoyen und der Herzog von Marlborough mit dem ver­einigten kaiserlich-englisch-holländischen Heer. Max Emanuel floh in die Spanischen Niederlande und begab sich später ins Exil nach Frankreich. Das auf diplomatischem Wege überbrachte Angebot von Fürst Franz II. Rákóczi, sich als Kandidat für die ungarische Stephanskrone zur Verfügung zu stellen, führte nur zu theoretischen Erwägungen. Es fehlten Max Emanuel alle machtpolitischen Voraussetzungen, um einem solchen Plan nähertreten zu können. Nach Beendigung des Spanischen Erb­folgekriegs (1714) konnte Max Emanuel im Jahr 1715 wieder in seine bayerische Heimat zurückkehren. Um sich mit dem Kaiser, nunmehr mit Karl VI., auszusöhnen, stellte er wiederum bayerische Truppen im Kampf gegen die Osmanen zur Verfügung. So waren auch bayerische Truppen bei der neuerlichen Belagerung und Einnahme Belgrads im August 1717 sowie an den Feldzügen des Jahres 1718 beteiligt. 73 Max Emanuel nahm an diesem Feldzug nicht mehr persönlich teil. Prinz Eugen von Savoyen war nun jener Feldherr, von dem Europa sprach. In Schloß Schleißheim bei München ließ Max Emanuel in beeindruckenden Schlachtenge­mälden' 7 ' all die Siege verherrlichen, an denen er und seine bayerischen Truppen zwischen 1683 und 1688, zwischen Wien und Belgrad beteiligt gewesen waren und durch die er zur Rückeroberung Ungarns von den Osmanen beigetragen hatte. Bereits 1683 hatte er erkannt, ,,daß ganz Mitteleuropa, einschließlich Bayern, auf dem Spiel stand und jedes Opfer an Menschen und Geld für die Abwendung eines türkischen Einfalles oder gar türkischer Herrschaft gerechtfertigt war. Ja auch noch die Mithilfe bei der Rückeroberung Ungarns für den Kaiser bis zur glorreichen Erstürmung von Belgrad konnte noch durchaus als im Sinne Bayerns gelegen aufgefaßt werden, da diese Gebiete durchaus als das Vorfeld Euro­pas gegen die noch immer latente türkische Gefahr gelten konnten" (Hans Urbansky)?*

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