Szita László (szerk.): Előadások és tanulmányok a török elleni visszafoglaló háborúk történetéből 1686-1688 (Pécs, 1989)
Előadások és tanulmányok - Ludwig Hüttl: Kurfürst Max Emanuel von Bayern und die Rückeroberung Ungarns von den Osmanen
Königshaus kam angesichts der jüngsten politischen Entwicklung nicht in Frage. Es war bekannt, daß Ludwig XIV. die Rückeroberung Ungarns von den Osmanen nicht unterstützte, sondern diesen Gegner des Kaisers mächtig sehen wollte, damit er ihn abhalte, sich im Westen zu exponieren. Außerdem gab es derzeit keine französische Prinzessin, die Max Emanuels Interesse erweckt hätte. Eine 1681 geplante Vermählung mit Eleonore Erdmute, der Tochter des lutherischen Herzogs von Sachsen-Eisenach, war gescheitert, da deren Eltern dem von München geforderten Konfessionswechsel nicht zugestimmt hatten. 3 '' 4 So blieb Max Emanuel zunächst noch unvermählt. Sein Engagement an der Seite des Kaisers und ungarischen und böhmischen Königs Leopold seit 1683 eröffnete ihm dann allerdings die Möglichkeit zu einer Verbindung mit dem Kaiserhaus. Wien mußte aus politischen wie militärischen Gründen daran gelegen se'n, den bayerischen Kurfürsten fest zu binden, um einen Rückfall in die frankreichfreundliche Haltung Bayerns zum Schaden des Hauses Habsburg zu verhindern. Die Wünsche des bayerischen Kurfürsten zurückzuweisen, hieß, ihn in d'e Arme Frankreichs zu treiben. Der Kaiser befand s ; ch in einer schwierigen Lage. Ihm blieb letztlich nichts anderes übrig, als unter möglichst weitgehender Wahrung seiner und seines Hauses Interessen dem bayerischen Kurfürsten Max Emanuel entgegenzukommen. Er hatte bereits bei seinem ersten Aufenthalt in Wien im Frühjahr 1683 die älteste Tochter Kaiser Leopolds I., Maria Antonia Teresa, kennengelernt. Sie entstammte der ersten Ehe des Kaisers mit der spanischen Infantin Margarita Teresa. Diese hatte bei ihrer Heirat m ; t Kaiser Leopold I. keinen Erbverzicht abgeschlossen. Für den Fall des kinderlosen Hinscheidens von Karl IL, König von Spanien, war sie vollberechtigte Erbin des weltumspannenden spanischen Reiches. Nach ihrem Tod gingen diese Rechte auf ihre Tochter Maria Antonia über. Wer immer sie also heiraten würde, würde im Namen seiner Gemahlin und seiner Nachkommen Anspruch auf das spanische Weltreich, sei es in seiner Gesamtheit, sei es im Hinblick auf einen Teil, erheben können. Es eröffneten sich durch diese Heirat Perspektiven auf eine große Zukunft des eigenen Hauses 35 . Um den bayerischen Kurfürsten endgültig von Frankreich zu trennen, vermochte der Kaiserhof Aiax Emanuels Wunsch nach einer Vermählung mit Maria Antonia nicht rundweg abzuschlagen, wohl aber den möglichen Folgen dieser Heirat vorzubeugen, indem er von Maria Antonia und ihrem künftigen Gemahl Max Emanuel den auch sonst bei hochfürstlichen Heiraten häufig praktizierten Erbverzicht verlangte. Kaiser Leopold, der wohl nur schweren Herzens diesem Heiratsprojekt nähertrat, da er künftig nachteilige Folgen für sein Haus befürchtete, machte seine endgültige Zustimmung von der Ausarbeitung und Unterzeichnung eines beide Seiten bindenden Erbverzichts abhängig. Etwaige Erbansprüche Bayerns auf Spanien sollten für alle Zukunft verhindert werden. Max Emanuel selbst dachte zu dieser Zeit noch nicht daran, aufgrund der geplanten Ehe mit Maria Antonia Ansprüche auf das gesamte spanische Weltreich zu erheben, wohl aber dachte er daran, falls der spanische König Karl II. ohne Nachkommen stürbe, eventuell einen Anteil am künftigen spanischen Erbe erhalten zu können. Er forderte deshalb seine Berater in München auf, Stellung zu seinen Plänen zu nehmen. Die Geheimen Räte T beglückwünschten ihn, daß er beabsichtige, sich mit der Kaisertochter Maria Antonia zu vermählen. Vor Erbschaftshoffnungen aber warnten sie, da sie politische und kriegerische Verwicklungen Bayerns befürchteten. Der französische König werde nicht zulassen, daß Max Emanuel zum Beispiel die spanischen Niederlande in Besitz nehme. Sie bildeten eine Einfallspforte nach Frankreich. Versailles könne dort nur einen Frankreich wohlgesonnenen Nachbarn dulden. Überdies erhebe Ludwig XIV. selbst Anspruch auf dieses Gebiet, wie bereits der Devolutionskrieg von 1667 68 gezeigt hatte. Als Alternative kam das spanische Mailand in Betracht. Auch hier überschnitten sich die französischen und habsburgischen Interessen. Würden Versailles oder Wien es zulassen, daß Max Emanuel dieses Gebiet in Besitz nähme, fragten sich die Minister und verneinten gleichzeitig diese Frage. Blieben von den spanischen Nebenländern also noch NeapelSizilien und Sardinien. Beide Gebiete lagen weit von Bayern entfernt. Wie könnte man von München aus dorthin gelangen, insbesondere auf die Inseln Sizilien oder Sardinien, da Bayern keinen Zugang zum Meer und kein einziges Schiff besaß, um auf eine dieser