Szita László (szerk.): Előadások és tanulmányok a török elleni visszafoglaló háborúk történetéből 1686-1688 (Pécs, 1989)

Előadások és tanulmányok - Ludwig Hüttl: Kurfürst Max Emanuel von Bayern und die Rückeroberung Ungarns von den Osmanen

Entsatzheer führte er 7500 Soldaten zu Fuß, 3000 zu Pferd, 800 Hilfskräfte, also insgesamt 11 300 Mann zu. 22 Den Befehl über seine eigenen sowie über die ihm zugeteilten Soldaten hatte er sich vorbehalten. Die bayerischen Truppen verstärkten ursprünglich den linken Flügel, dann die Mitte des Entsatzheeres, das am 12. September 1683 unter Führung des Polenkönigs und des Herzogs Karl von Lothringen Wien befreite. 2,1 Obwohl Herzog Maxi milian Philipp seinen Neffen Max Emanuel davor gewarnt hatte, sich persönlich an der Schlacht zu beteiligen, da das bayerische Haus Wittelsbach damals nur wenige Personen zählte, engagierte sich Max Emanuel hier wie in der Folgezeit in vorderster Linie und scheute weder Mühe und Gefahren. Er muß eine große Ausstrahlungskraft besessen haben, da es ihm immer wieder gelang, selbst in aussichtslos scheinenden Situationen die Soldaten für den Angriff zu motivieren. Bei einer Heerschau wenige Tage nach dem Sieg von Wien führte Max Emanuel seine Truppen dem Kaiser vor und erinnerte dabei an den Degen, den ihm Leopold I. einst in Altötting geschenkt hatte. Er habe ihn zu „des Kaisers Defen­sion" verwendet und werde ihn auch künftig „wider alle Deroselben und der Christenheit Feinde jederzeit gebrauchen." 24 IV. MAX EMANUELS FELDZÜGE IN UNGARN Nicht alle Reichsstände unterstützten Kaiser Leopold I. in der Befreiungsschlacht von Wien. Von den deutschen Kurfürsten waren nur Max Emanuel von Bayern und Johann Georg III. von Sachsen persönlich anwesend. Friedrich Wilhelm von Brandenburg war mit Frankreich verbündet, und die rheinischen Kurfürsten fürchteten einen Angriff Frank­reichs, wenn sie sich allzu eng dem Kaiser anschlössen. Mit dem erfolgreichen Entsatz Wiens sah der sächsische Kurfürst Johann Georg III. den Zweck seines Bündnisses mit dem Kaiser erfüllt. Er kehrte mit seinen Truppen in die Heimat zurück. Max Emanuel dagegen erklärte sich, obwohl dies ursprünglich nicht vor­gesehen gewesen war, bereit, seine Truppen zu kaiserlichen Unternehmungen gegen die Osmanen zur Verfügung zu stellen. Allerdings waren nach der Entsatzschlacht von Wien sowie infolge von Krankheiten nur noch rund 3800 Mann der bayerischen Infanterie einsatzbereit. 25 Diese beteiligten sich an der erfolgreichen Belagerung der Festung Gran, die der osmanische Oberbefehlshaber Ibrahim Pascha zwei Tage nach dem geglückten Sturm der Alliierten am 25. Oktober 1683 gegen die Zusage freien Abzugs übergab. 20 Im folgenden Frühjahr 1684 wagte es die bayerische Regierung vorerst nicht, neue Truppen nach Ungarn zu entsenden. Spanien hatte den Krieg an Frankreich erklärt, und der französische Festungsbaumeister und General Vauban nahm Luxemburg ein, das zum burgundischen Reichskreis und zum spanischen Herrschaftsgebiet gehörte. Max Emanuel fürchtete einen Krieg zwischen Frankreich und dem Reich. Während des vergangenen Winters war die bayerische Armee reorganisiert worden. Teils zum Schutz gegen Frankreich, teils um den Waffenstillstandsverhandlungen mit Frankreich Nachdruck zu verleihen, wollte Max Emanuel die neu geworbenen Soldaten in Bayern zurückbehalten. Rund 13 000 Mann wurden im Mai 1684 bei Haltenberg am Lech zusammengezogen, und Kaiser Leopold schickte vier seiner Regimenter zur Verstärkung. 2, Der französische Resident in München, Denis de la Haye-Vantelet 2s , bemühte sich unter­dessen. Max Emanuel von einem weiteren Engagement zugunsten Kaiser Leopolds ab­zubringen. Wenn der bayerische Kurfürst mithelfe, dem Kaiser Ungarn zu gewinnen, stärke er seinen potentiellen Gegner und schwäche seine eigene Position. Denn der Kaiser erstrebe eine absolutistische Herrschaft über das Reich. Dies war der Sinn der französi­schen Warnungen, obgleich zu dieser Zeit nicht Kaiser Leopold dem Reich Schaden zu­fügte, sondern Ludwig XIV. durch seine expansive Außenpolitik. Max Emanuels persönliche Unterredungen mit dem französischen Residenten gaben Anlaß zu Spekulationen über einen Kurswechsel des Münchener Hofes. Der bayerische Kurfürst dachte jedoch nicht an einen Bündniswechsel, sondern er versuchte, die vor-

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