Füzes Miklós: Valami Magyarországon maradt - Etwas blieb daheim in Ungarn. A kitelepített magyarországi németek beilleszkedése Németországban - Eingliederung der vertriebenen Ungarndeutschen in Deutschland (Pécs, 1999)

III. Személyes átélés - Nemzeti hovatartozás

Milch warm machen. Der Zug ist angefahren, sie war neben dran. Dann ist sie hin­aufgesprungen und ist heruntergefallen. Dann hat ihr der Zug alle zwei Füße abge­fahren. Dann hat der Zug gehalten. Sie ist ins Krankenhaus gebracht worden (...) Dann sind wir von dort weg. Wir sind nach München gekommen. In München haben sie uns wieder auswaggoniert. Von einem Waggon raus in einen anderen rein. Dann haben sie uns bis Flaar gebracht." Maria Walter und ihre Mutter haben in Torbágy (Komitat Pest) von den unga­rischen Soldaten gehört, daß „die Schwaben erledigt werden" sollen. Darauf reagierte dann die Mutter, deren Sohn zu dieser Zeit schon bei der Waffen-SS diente, und sie stellte fest, was zu tun war. „Du, wir müssen fort", sprach sie zu ihrer Tochter. „Dann haben sie angefangen zu evakuieren, da waren wir gleich die ersten." Die wertvolleren Sachen ließen sie zu Hause, die weniger wertvollen nahmen sie mit. Sie wurden in einen Viehwaggon untergebracht, in dem früher deutsche Soldaten transportiert worden waren. Der Waggon war voller Läuse, die sie während der ganzen Reise quälten. Acht Tage lang fuhren sie bis nach Salzburg, an die deutsche Grenze. Die Grenzstation war überfüllt, man konnte nur schwer weiter­fahren. Schließlich trafen sie am Weihnachtsabend in Kaigau ein, wo sie danach 23 Monate verbrachten. Auch die Mitglieder der zentralen Leitung des Volksbunds bewegten sich Richtung Westen. Manche von ihnen leisteten in der Waffen-SS Dienst. In den Reihen der „Prinz-Eugen-Division" befand sich Josef Schmidt in Italien, Leiter der Bildungsabteilung des Volksbunds, der am 7. März 1945 in Wien auch Volksgrup­penfuhrer Bäsch begegnete. Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft ging er zu seinen Verwandten nach Plalbturm (Burgenland), und später ließ er sich in Wien nieder. Infolge der diversen Militärdienste, der Evakuierung und der Flucht wurde ein Großteil der Familien entzweigerissen. Dies betraf auch die Familie von Andreas Nerckar aus Pusztavám (Komitat Fejér): „Ich hatte drei Brüder. Die anderen zwei waren bei den Ungarn beim Militär. Der ältere Bruder kam noch 1944 nach Ungarn zurück aus Rußland und wurde im September auch zu den Deutschen eingezogen. Mein mittlerer Bruder hat in Ungarn gedient, in Weißenburg. Meinen Vater haben sie auch im Oktober eingezogen, aus Pusztavám. So daß die Mutter alleine geblieben ist. Die Pferde haben sie auch weggenommen. Soviel ich weiß, ist die Mutter mit den Großeltern geflüchtet mit dem Pferdewagen. Sie sind bis an die Grenze gekommen. Dort sind sie einwaggoniert worden. Sie sind Mitte 1945 nach Ungarn zurück­gekommen. 1946 ist meine Mutter verstorben. Mein Vater ist auch nach Deutschland gekommen. Dort waren sie in Piengen am Rhein draußen. Er ist heimgekommen. Der zweite Bruder war bei den Ungarn, als die 2. Front zusammenbrach, ist er in Österreich geblieben. Der andere Bruder ist später aus Rußland heimgekommen. So ist unsere Familie von der Ausweisung aus Pusztavám verschont worden."

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