Füzes Miklós: Valami Magyarországon maradt - Etwas blieb daheim in Ungarn. A kitelepített magyarországi németek beilleszkedése Németországban - Eingliederung der vertriebenen Ungarndeutschen in Deutschland (Pécs, 1999)
III. Személyes átélés - Nemzeti hovatartozás
menden Wohnungen einzeln darauf hin zu prüfen, ob darin Flüchtlinge untergebracht werden können. Über die Ergebnisse forderte der Gemeinderat einen Bericht. Nach Mitteilung des Bürgermeisters und des Flüchtlingsreferenten erhielten die Flüchtlinge des Lagers eine Sammelverpflegung. Die arbeitsfähigen Flüchtlinge Männer und Frauen hatten Arbeit zu leisten, und zwar meistens als Waldarbeiter bei der Gewinnung von Heiz- und Nutzholz, bzw. im Straßenbau, in der Landwirtschaft oder als Fach- und Flilfsarbeiter bei Baufirmen. Nötigenfalls durfte man sie auch außerhalb von Gerlingen beschäftigen. Der Gemeinderat befaßte sich auch mit den Kosten der SammelVerpflegung. Man war bestrebt, die Kosten für Gemeinde- und Kreispflege zu trennen. Es stand auch zur Debatte, ob der bis dahin festgestellte 60-RM-Betrag pro Tag die Kosten wirklich deckte. Als Ersatz für den Flüchtlingsreferenten, dem andere Aufgaben anvertraut wurden, beauftragte man zwei Personen, einen Ostflüchtling und einen Kriegsverletzten aus Gerlingen, mit der Leitung des Flüchtlingslagers. Die arbeitsunfähigen Flüchtlinge ohne Verpflegung erhielten auf Vorschlag des Bürgermeisteramtes eine Nothilfe auf Kosten der Kreispflege sowie unentgeltliche ärztliche und Krankenhausversorgung. Für die schwerkranken Flüchtlinge wurde in einem Schulgebäude ein Krankenzimmer eingerichtet. Zwecks Versorgung der Flüchtlinge beschloß der Gemeinderat Ende Mai die Errichtung eine Baracke auf einem Grundstück in der Panoramastraße. Diesbezüglich wurde ein Vertrag mit einem Unternehmer abgeschlossen. Der Bürgermeister informierte den Gemeinderat am 6. Mai über seine Verhandlungen mit der Kreiskommission für die Unterbringung der Flüchtlinge. Demnach hatte Gerlingen in der darauffolgenden Woche unmittelbar nach Pfingsten - 115 Flüchtlinge aufzunehmen. Zum größten Teil waren sie Stadtbewohner und Intellektuelle. Deshalb hielt man es für zweckmäßig, diese Gruppe im oberen Stadtteil unterzubringen. Nach Meinung des Flüchtlingskommissars hatte der Kreis Flüchtlinge im Ausmaß von 22 % der eigenen Bevölkerungszahl, d.h. etwa 10.000 Personen, aufzunehmen. Davon trafen, die Mitglieder des Transports aus Malmsheim nicht gerechnet, 7.600 ein. Der Kreis Leonberg hatte 3.500 Evakuierte aus Stuttgart und Pforzheim unterzubringen. Zuerst trafen die Sammellagerinsassen ein. Für sie mußte ein weiteres Klassenzimmer im Schulgebäude geräumt werden. Mehrere Ostflüchtlinge beschwerten sich beim Gemeinderat wegen der Verpflegung und der angeblichen Grobheit des Lagerverwalters. Die Körperschaft ordnete eine Kontrolle bezüglich der Verpflegung der Flüchtlinge an. Man war zwar davon überzeugt, daß der Lagerverwalter die Lagerinsassen umsichtig behandelte und das Lager in Ordnung gebracht hat, trotzdem erwartete man von ihm eine Antwort auf die Beschuldigungen. Am 3. Juli teilte der Bürgermeister weitere Informationen über die Sitzung der Kommission für die Unterbringung von Flüchtlingen mit. Die Gemeinden des