Erzherzog Ludwig Salvator – Ein Leben für die Wissenschaft 1847-1915
LEBENSDATEN - DIE YACHT NIXE LUDWIG SALVATORS STUDIERSTUBEAUF HOHER SEE
Heinrich Edler von Littrow, 1820 in Wien geboren als zweiter Sohn des berühmten Astronomen und Direktors der Wiener Sternwarte, Joseph Johann von Littrow, begann seine Marinekarriere an der Marineschule in Venedig, versah als Seekadett Flottendienst auf Kriegsschiffen in der Adria und im Mittelmeer, in Syrien, Marokko, Frankreich, Spanien und England und war seit 1845 auch Professor für deutsche Stilistik und Supplent für Mathematik und Nautik an der Marinekademie in Venedig. Die Revolution von 1848 führte ihn nach Triest, wo er sich mit der Reorganisation der österreichischen Kriegsmarine befaßte und unter anderem ein Deutsches Marine Wörterbuch verfaßte. Als Kommandant mehrer Kriegsschiffe bereiste er bis 1857 verschiedene Meere, lieferte in dieser Zeit den Entwurf zu einem Marine-Reglement, schrieb 1859 das Handbuch der Seeman- schaft und befaßte sich mit der Aufnahme des adriatischen Meeres, deren Resultat die ersten colorirten Schichtenkarten des Meeresgrundes und dessen plastische Darstellung waren. 1857 wurde Littrow zum Fregattenkapitän befördert und übernahm gleichzeitg die Direktion der Handels- und nautischen Akademie in Triest, die er bis 1863 innehatte. Nachdem er in der Folge das Amt des Zentralhafenkapitäns, zuerst in Ragusa (heute Dubrovnik) und dann in Zengg (heute Senj) bekleidet hatte, wurde er schließlich zum königlich ungarischen See-Inspenktor in Fiume ernannt. Littrow, der die Neubearbeitung von Rudolf Brommys Standardwerk Die Marine besorgte und nebenbei nicht ohne Erfolg auch als Schriftsteller hervortrat, starb 1895 in Abbazia (Opatia).10 gerade ihrer auffallenden Ähnlichkeit wegen als gegeigneten Ersatz für die vor Cap Caxine ruhende NIXE. Hinsichtlich ihrer Dimensionen, Bruttoregistertonnen und Pferdestärken unterschieden sich die beiden Yachten nur unwesentlich voneinander. Lediglich die Maschine der HERTHA, die nicht von Whitehead sondern von Schweffel & Howaldt in Kiel stammte, verfügte anstelle von 3 nur über 2 Zylinder. Dafür aber befanden sich zwei Kanonen an Bord der HERTHA. Der glückliche Zufall wollte es, daß die HERTHA auch zum Verkauf stand, und im Frühjahr 1895 wechselte die HERTHA um den Preis von 80.000 Gulden, der in 8 Jahresraten á 1000 Gulden zu entrichten war, ihren Besitzer und am 23.April ersuchte Ludwig die k.k. Seebehörde in Triest brieflich um Änderung des Namens in NIXE. Nach über eineinhalb Jahren Unterbrechung konnte Ludwig Salvator nun wieder seinem „angeborenen Wandertrieb“ ungehindert nachgehen, vor allem aber sein von ihm so geschätzes Leben und Arbeiten an Bord wiederaufnehmen, das er selbst folgendermaßen beschrieb: „Man kann die eigene Arbeit, sei sie literarischer, sei sie künstlerischer, sei sie wis55