Erzherzog Ludwig Salvator – Ein Leben für die Wissenschaft 1847-1915

LEBENSDATEN - DIE YACHT NIXE LUDWIG SALVATORS STUDIERSTUBEAUF HOHER SEE

von den Eltern und seinem ältesten Bruder Nando (Ferdinand IV.) vorge­streckt zu bekommen. Die Rückzahlung der Summe sollte in jährlichen 5000 Gulden-Raten zuzüglich Zinsen erfolgen. Die verhältnismäßig ho­hen Anschaffungskosten rechtfertigte Ludwig mit den jährlichen Erhal­tungskosten, die im Falles des geplanten Schiffes mit 8000 Gulden ge­nau dem entsprechen würde, was ihm normalerweise bereits eine drei­monatige Reise kostete. Ludwigs Entschluß, den Bau seiner Dampfyacht im Stabilimento Tecnico in Fiume (heute Rijeka), dem seit 1868 infolge des kroatisch-ungarischen Ausgleiches königlich ungarischen Hafen, in Auftrag zu geben, hatte zwei­fellos mit dem in österreichischen Marinekreisen hoch geschätzten, wie verdienten englischen Ingenieur Robert Whitehead zu tun. Robert Whitehead, geboren 1823 in Bolton-Ie-Moores in Lancashire, England, zeigte schon früh ausgesprochen technisches Interesse, studierte in Manchaster am Mechanic’s Institute und im Betrieb seines Onkels William Swift Maschinenbau und war danach in Marseille, Mailand und Venedig tätig. 1848 kam er durch die Ereignisse der Revolution nach Triest, wo er zwei Jahre Mitar­beiter des österreichischen Lloyd war, anschließend zum Direk­tor des Triestiner Stabilimento Tecnico in San Rocco von G. S. Strudthoff avancierte, ehe er die technische Leitung der Werften von Fiume übernahm, die er schließlich 1872 gemeinsam mit sei­nem Schwiegersohn Georg Graf Hoyos käuflich erwarb und sich in der Folge vor allem mit der Perfektionierung seiner Erfindung des „Whitehead Torpedos“, die ihm weltweiten Ruhm einbrachte, beschäftigt. Whitehead starb 1905 in England.5 Nicht nur, daß die Engländer traditionsgemäß beste Erfahrungen im Bau von Yachten hatten, - auch die kaiserlichen Yachten FANTASIE und MIRAMAR wurden aus diesem Grund in England bestellt- war Whitehead, der als Mitbegründer des Fiumaner Stabilimento Tecnico auch dessen technische Leitung innehatte, vor allem als Konstrukteur der Dampfma­schinen für die ebenfalls schraubenbetriebene Panzerfregatte ERZHER­ZOG FERDINAND MAX hervorgetreten, mit der Admiral Tegetthoff in der Schlacht von Lissa (heute Vis) am 20. Juli 1866 jenen legendären Ramm­stoß gegen den RE D’ITALIA ausgeführt hatte, der die entscheidenede Wende zugunsten Österreichs herbeiführte. Der RE versank in den Flu­51

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