Erzherzog Ludwig Salvator – Ein Leben für die Wissenschaft 1847-1915

LEBENSDATEN - LUDWIG SALVATORS WISSENSCHAFTLICHER WEG UND PERSÖNLICHKEIT

Dank seiner außerordentlichen Persönlichkeit war verehrt und bewundert“ es Ludwig Salvator auch gegeben, andere in ihrem Schaffen zu inspirieren. So erfuhr Jules Verne nicht nur durch Ludwigs Werke Anregungen, die er in seinen eigenen Romanen verwerten konn­te, - so diente Ludwigs Schrift über die Kaymenert8 als Un­terlage zu Verne’s Archipel in Flammen, - sondern verewig­te ihn auch in seinem Roman Clovis Dardentor, dessen Handlung er zum Teil auf den Balearen ansiedelte, und wor­in er im VI. Kapitel, „oü les incedents multiples de cette histoire se poursuivent á tra­vers Ia ville de Palma“ den Be­such einer Bibliothek zur Lektüre von Ludwigs Balearenwerk empfiehlt, das er an dieser Stelle als „oeuvre sans rivale“ und „travail incomparable pour la beauté de l’exécution, pour sa valeur géografique, ethnique, statistique, artistique...“49 bezeichnet. Ludwig Salvators stiller Faszination war auch der berühmte italienische Physiologe, Anthropologe, Professor der Pathologie und Schriftsteller, Paolo Mantegazza, erlegen, auf dessen Gründung nicht nur das erste Laboratorium für Pathologie Europas in Pavia, sondern auch das anthro­pologisch-ethnographischen Museums in Florenz und die Italienische An­thropologische Gesellschaft zurückgehen. Seinen üblichen Gepflogen­heiten entgegen widmete er Ludwig sein 1901 erschienenes Werk/caratteri umani. Mantegazza verdanken wir aber auch jene lebendige, vor allem jedoch höchst charakteristische Beschreibung Ludwig Salvators, die er voller Begeisterung, Bewunderung und Verehrung in Erinnerung an die erste Begegnung im Jahre 1895 in San Terenzano bei Lerici verfaßte und im darauffolgenden Jahr in der römischen Zeitschrift Nuova Antológia in der Einleitung zu seinem Beitrag über Ludwigs Mallorquinische Märchensamm­lung veröffentlichte. „Am 14. Oktober des vergangenes Jahres kehrte ich von Spezia zur Serenelia50 zurück. Meine Maria befand sich mit mir und nachdem wir bis zu den Scoglietti mit dem Wagen gefahren waren, gingen wir zu Fuß nach San Terenzano hinunter und bewunderten zum hundersten Male, aber immer wieder mit Begeisterung, die Schönheit dieses Golfes, der zwar nicht so berühmt wie der von Neapel, aber doch einer der schönsten Italiens ist. Beim Überqueren des Hauptplatzes meines liebgewonnenen Dorfes tra­fen wir unseren lieben Freund, Doktor Bruscari, und gingen gemeinsam mit ihm langsamen Schrittes auf meine Serenelia zu. Da kam uns plötz­45

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