Erzherzog Ludwig Salvator – Ein Leben für die Wissenschaft 1847-1915

LEBENSDATEN - LUDWIG SALVATORS WISSENSCHAFTLICHER WEG UND PERSÖNLICHKEIT

Ludwig Salvators wissenschaftlicher Mitarbeiterstab umfaßt zwei Grup­pen. Die erste Gruppe besteht im Wesentlichen aus jenen Informanten, die in direktem Zusammenhang mit den Tabulae stehen oder aber Mate­rial liefern, das von Ludwig in den jeweiligen Werken verarbeitet wird. Stellvertretend seien hier nur drei von vielen genannt, nämlich die beiden Mitarbeiter für den Bereich der Balearen, der sprachenkundige Gelehrte und Historiker Francesco Manuel de los Herreros Schwager aus Valldemossa auf Mallorca, der über 50 Jahre dem Instituto Balear Vorstand sowie der Entomologe und Molluskenforscher aus Mahón auf Menorca, Francesc Cardona i Orfila, und Giovanni Pitré, Arzt, Ethnologe, Linguist und Begründer des Ethnografischen Museums in Palermo, der als Spezialist für sizilianische Volkstradition Ludwigs umfassende Beschreibungen von Ustica und der Liparischen Inseln durch wertvolle Hinweise unterstützte. Die zweite Gruppe hingegen wird von jenen Mitarbeitern gekennzeich­net, die Ludwig mit der Abfassung selbständiger Beiträg betraute, die dann im Rahmen seiner Werke gesondert genannt erschienen. Der erste einer Reihe namhafter Wissenschaftler, die Ludwig auf diese Weise zur Mitarbeit an sei­nen Werken einlud, war der deut­sche Käferexperte Ludwig W. Schaufuss, der 1866 durch seine Monographie der Scydmaeniden (Ameisenkäfer) Zentral- und Süd­amerikas Eingang in die Leopoldinisch Carolinische Akade­mie Brasiliens fand, aber auch durch sein allgemein verbreitetes Dehnung Ludwig Salvator: Liparische Inseln „Molluscorum System“ sowie andere einschlägige Arbeiten hervortrat20, und von Ludwig für sein Coleopterenbuch mit der Bestimmung der von ihm auf den Balearen gesammelten Käfer und der Anlegung eines Ver­zeichnisses, das schließlich 332 Arten, darunter 16 neue, umfassen soll­te, betraut wurde. Es folgten unter anderen Antonio Borzi, Professor der Botanik an der Universität in Palermo, der einen Katalog der Pflanzen von Ustica zu­sammenstellte, und in späteren Jahren der Botaniker und langjährige Di­rektor des Triestiner Naturhistorischen Museums, Carlo Marchesetti, der für Ramleh als Winteraufenthalt21 ein über 200 Namen umfassendes Ver­zeichnis der Flora von Ramleh bei Alexandrien erstellte, weiters Giuseppe Botti, Direktor des Archäologischen Museums in Alexandrien und Leiter zahlreicher Ausgrabungen, der für dasselbe Werk eine längere Abhand­lung über die antike Geschichte und Archäologie des Nildeltas verfaßte22 und schließlich der deutsche Architekt, Archäologe, Mitarbeiter und Nach­folger Heinrich Schliemanns auf Troja, Wilhelm Dörpfeld, der die Resulta­34

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