Erzherzog Ludwig Salvator – Ein Leben für die Wissenschaft 1847-1915

LEBENSDATEN - LUDWIG SALVATORS WISSENSCHAFTLICHER WEG UND PERSÖNLICHKEIT

An Ludwigs juridischer Ausbildung war außerdem Antonín Randa, Pro­fessor des österreichischen Civil-, Handels- und Wechselrechtes betei­ligt. Randa war später Präsident der königlich böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften, Mitglied des Herrenhauses und des Reichsgerichts und bekleidete von 1904-1906 das Amt eines tschechischen Landsmann­ministers.9 Philosophie hörte Ludwig bei Professor Johann Heinrich Löwe, einem Vertreter des gemäßigten Güntherianismus, Mitglied der königli­chen böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften und in späteren Jah­ren auch Rektor der Universität.10 Den damals der philosophischen Fakultät zugehörigen Naturwissen­schaften, „die schon seit meiner frühesten Jugend meine Lieblingsstudien sind“, wie Ludwig Salvator anläßlich seines Beitrittes zur k.k. zoologischen botanischen Gesellschaft im Dezember des Jahres 1865 betonte,11 ging er bei den Professoren Kostelecky, Stein, Zepharovich, und Matzka nach Vincenz Franz Kostelecky, ordentl. Mitglied der königlich böhmischen Ge­sellschaft der Wissenschaften, war Professor für Botanik und Direktor des Botanischen Gartens. Als Doktor der Medizin, galt sein besonderes Interesse dem medizinisch-pharmazeutischem Bereich der Botanik. Sei­ne Stärke lag jedoch vor allem in der Lehrtätigkeit und seinem systemati­schen Scharfblick, dank dessen er eine zum Teil heute noch gültige No­menklatur prägte.12 Friedrich Stein war Professor für Zoologie und Vorstand des k.k zoolo­gischen Cabinets, ausserdem Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Wis­senschaften in Wien, der königlichen böhmischen Gesellschaft der Wis­senschaften in Prag sowie auswärtiges Mitglied der Akademie der Wis­senschaften in Turin und der Sächsischen Gesellschaft für Wissenschaf­ten in Leipzig.13 Victor Ritter von Zepharovich war Professor für Mineralogie und Vor­stand des k.k. mineralogischen Cabinets und wie auch Stein Mitglied der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien.14 Wilhelm Matzka war Professor der Mathematik und ordentliches Mit­glied der Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften in Prag.15 Ein für Ludwig Salvators späteres Schaffen bestimmender Teil seines Studiums bestand schließlich in der künstlerischen Ausbildung, die er durch den Rektor der Prager Akademie der Bildenden Künste, den Historien- und Kirchenmaler sowie Vertreter des historischen Romantizismus, Antonín Lhota16 erhielt. Zu Ludwigs nachhaltigen Kontakten mit der Prager Universität zählte auch Kosteleckys Nachfolger als Professor für Botanik und Direktor des botanischen Gartens (seit 1872), Moritz Willkomm, der zuvor bereits als Professor für Botanik an den Universitäten von Leipzig, Tharandt und Dorpat hervorgetreten war und sich im besonderen der Erforschung der Flora der iberischen Halbinsel widmete, die er seit 1844 wiederholt be­reist hatte, ehe er 1873 und 74 auch die Balearen besuchte und deren 30

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