Erzherzog Ludwig Salvator – Ein Leben für die Wissenschaft 1847-1915

LEBENSDATEN - LUDWIG SALVATORS WISSENSCHAFTLICHER WEG UND PERSÖNLICHKEIT

LUDWIG SALVATORS WISSENSCHAFTLICHER WEG UND PERSÖNLICHKEIT „Ist das Betrachten der Natur nicht eine genü­gende, nie zu erschöpfende Beschäftigung?“ * Sforza entsprach jedoch nicht nur den väterlichen in der habs- burgisch-toskanischen Familientradition wurzelnden Vorstellungen von Erziehung und Ausbildung, sondern stellte sich sehr bald auch im Um­gang mit seinem Zögling „Luigi“ als ein in hervorragender Weise geeig­neter Erzieher heraus. Entwickelte sich doch in der Folge zwischen den beiden ein inniges von Vertrauen und tiefer Verbundenheit geprägtes Verhältnis, das bis zu Sforzas Tod (1894) währen sollte. Sforza wurde schließlich auch zu Ludwigs Kammervorsteher bestellt und fungierte so auf mehreren Reisen auch als dessen offizieller Begleiter. Ludwig Salvator zeigte bereits als Kind ausgeprägte Neugierde an der Natur, die sich in früh erwachter Wissbegierde äußerte. Eine Wissbegierde, die ihn sein ganzes Leben lang begleiten und bald auch, wie aus einem Brief der Mutter, Großherzogin Maria Antonietta, hervor­geht, besorgniserregende Formen annehmen sollte. „ Lei ha ben ragione di dire che starebbe meglio, se lasciasse un poco in riposo la sua testa“, schrieb sie an Sforza, wußte jedoch aus Erfahrung sehr wohl, daß Lud­wigs „febbre di occuparsi“ stärker war als sein guter Wille und die wieder­holten Versprechungen, in der Beschäftigung mit den Wissenschaften nicht zu übertreiben.3 Bereits mit 14 Jahren, begann Ludwig Salvator anläßlich des er­sten Aufenthaltes in Venedig, 1861, wohin ihn die Eltern in Begleitung seines jüngeren Bruders Johann Salvator, des Arztes Dr. Bondi und Eugenio Sforzas aus gesundheitlichen Gründen geschickt hatten, dem 'Ludwig Salvator, Sommer-Träumereien am Meeresufer. Leipzig 1912, 16. 27 Ii manifesto il desiderio grande ehe io ho di rivederlo, e d essere presto in sua compagnia.“1 schrieb Erzherzog Ludwig Salvatoi im Alter von 8 Jahren voll von Ungeduld und freudiger Erwartung sei­nem Erzieher, Eugenio Sforza (1820-1894), der sich soeben von einei längeren Krankheit erholt hatte. Knapp ein Jahr zuvor war Sforza vor Großherzog Leopold II. zu Ludwigs Erzieher ernannt worden2, nachdem er nach absolviertem Studium der Naturwissenschaften bereits als 23jäh- riger am 5. Kongreß italienischer Wissenschaftler in Lucca (1843; vervorgetreten und von 1850 bis 1854 Assistent von Professor Alessandrc Carina, dem Inhaber des Lehrstuhles für Naturwissenschaften am I.e R. Liceo in Lucca, tätig gewesen war. Erzu

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