Ausstellungskatalog „Die Flucht des Zarewitsch“
Stefan Seitschek: Das Ringen um einen Ausgleich in Europa
gegeben, zwei für die Zarin und einer für Menschikow. Diese wertvollen Geschenke sollten die diplomatischen Beziehungen festigen.58 59 Das Jahrzehnt nach der Quadrupelallianz (1718) wurde zwar vom Ringen um Ansprüche dominiert, doch abseits der Schlachtfelder. Dies sollte sich in den folgenden Jahrzehnten wieder ändern (Polnischer Thronfolgekrieg, Österreichischer Erbfolgekrieg). Aretin: „Die Verteilung des spanischen Erbes hatte eine Büchse der Pandora geöffnet, durch die sich das Verhältnis des Fürsten zu seinem Land grundsätzlich veränderte. Das ganze 18. Jahrhundert bis hin zum Wiener Kongress Anfang des 19. Jahrhunderts war von Tausch- und Teilungsideen beherrscht, in denen Länder und ihre Bewohner nur noch nach ihrem Steueraufkommen geschätzt und zum verschiebbaren Besitz des Fürsten gemacht wurden Kaiser Karl VI. schreibt an Zar Peter I. Der Kaiser bestätigt die guten Beziehungen zu Peter I. und zum Thronfolger Aleksej, ohne sich auf eine der beiden Seiten zu schlagen RGADA, Fond 6, d. 21, Bl. 7 (12. Mai 1717) 58 Wittram, Peter 2 (wie Anm. 7), S. 372-384, 462-474; Mario Döberl, „Ein paar schöne wägen nach der Wiennerischen neuesten facon“. Zur Geschichte eines Geschenks Kaiser Karls VI. an den Zarenhof anläßlich der russisch-habsburgischen Allianzverträge des Jahres 1726. In: Jahrbuch des Kunsthistorischen Museums Wien 4/5 (2002/2003), S. 296-331. 59 Zitiert nach Aretin, Kaisertradition (wie Anm. 4), S. 262. 19