Die Ausstellung des HHStA in Wien – Erklärender Führer

HAUPTRAUM

76 Am 6. Oktober sollte ein Wiener Grenadierbataillon nach Ungarn abgehen, was indes von der Volksmenge verhindert wurde. Bald darauf gelang es der Menge, in das Hofkriegsratsgebäude einzudringen, wo ihr der achtundsechzigjährige Latour in die Hände fiel. Er wurde an einen Laternenpfahl geschleppt und auf­gehängt. 305. 1848, Oktober 6, Wien. Eigenhändiges Schreiben Latours an Wessenberg, in dem er angesichts der Verführung des Grenadierbataillons Richter strenge Maßregeln in Aussicht stellt. Vgl. Nr. 304. 306. 1848, Oktober 20, Lundenburg. Entwurf der ersten Pro­klamation des Fürsten Windischgrätz an die Wiener. Windischgrätz war auf die Ereignisse des 6. Okto­ber hin mit der Wiederherstellung der öffentlichen Ruhe durch Waffengewalt betraut worden. Diese Aktion eröffnete er am 20. Oktober von Lundenburg aus mit der Verhängung des Belagerungszustandes über Wien und die Vorstädte. 307. [Nach 1848, Oktober 20, Wien.] Dr. Jellineks eigen­händige Niederschrift seines Aufrufes „Belagerungs­zustand — Standrecht“ mit der Aufforderung zum bewaffneten Widerstand. Dr. Jellinek war seit den Märztagen einer der frucht­barsten literarischen Vorkämpfer der Wiener Revo­lution. Nach der Einnahme Wiens wurde er verhaftet und am 23. November erschossen. 308. 1848, Oktober 21, Umgebung von Salzburg. Eigen­händiges Schreiben Alexander Bachs an Wessenberg, in dem er sich für dessen neues Kabinett zur Ver­fügung stellt.

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