Die Ausstellung des HHStA in Wien – Erklärender Führer

HAUPTRAUM

22 Die um 1380 errichtete und schon bald darauf mit Hospiz und Kirche ausgestattete Bruderschaft hatte um 1400 einen großen Aufschwung genommen. Bald erstreckte sich der Kreis ihrer Mitglieder über ganz Deutschland bis an den Niederrhein, ja selbst nach Böhmen, Polen und Ungarn hinein. Da es Brauch war, die Verzeichnisse der Mitglieder auch mit deren Wappen auszustatten, wodurch dem Bestreben der­selben, des besonderen Schutzes des hl. Christoph teilhaftig zu werden, ebensosehr wie ihrer stolzen Freude an heraldischem Schmucke Rechnung getragen war, ist in dem Bruderschaftsbuche derart eine kul­turgeschichtliche Quelle ersten Ranges erwachsen. 68. 1400. Urbar der Feste Rheinfelden (östlich von Basel) mit zahlreichen Illustrationen verschiedener, der Grundherrschaft geleisteten Abgaben. Die aufgeschlagenen Seiten stellen den Fischdienst, den Fang und die Ablieferung von Fischen, dar. 69. [Um 1400.] Handschrift vermutlich deutscher Herkunft und vorwiegend geistlichen Inhalts (Evangelien, Apostelbriefe, Schriften der Kirchenväter u. ä.) mit mehreren in den Text eingestreuten Miniaturen. Die aufgeschlagene Miniatur stellt den heiligen Johannes dar, wie er auf der Insel Pathmos an der Apokalypse schreibt. Zu beachten die vorgeschrittene Perspektive in der Darstellung der Landschaft. 70. 1402, September 21, Preßburg. Die ungarischen Stände treten dem Vermächtnisse ihres Königs Sigismund von Brandenburg bei, der für den Fall fehlender männ­licher Leibeserben Herzog Albrecht IV. von Öster­reich zu seinem Nachfolger in Ungarn bestimmt hatte. Die Urkunde trägt die Siegel von 112 ungarischen Prälaten und Herren.

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