Der Beamte – Franz Grillparzer

Einleitung

Ill haften, aber auch pedantischen Beamten, dessen Streich- und Korrekturleidenschaft Grill­parzer oft zur Verzweiflung trieb. (Eini­ge Akten aus der Frühzeit sind nicht er­halten geblieben; vermutlich gingen sie im Zuge kriegsbedingter Verlagerung verloren). Auf Veranlassung seines Gönners, des Grafen Stadion, wurde Grillparzer am 22. Juli 1818 in das Departement des Hofrats Füljod versetzt, dem neben den allgemeinen Kassengegenständen auch die Hoftheater un­tergeordnet waren. Von den zahlreichen Schwierigkeiten, mit denen Grillparzer in diesem Departement zu kämpfen hatte, er­löste ihn die Einberufung ins Finanzmini­sterium am 10. August 1821, wo er unter Baron Piliersdorff arbeitete. Anfangs Juli 1823 wurde er zum Hofkonzipisten beim Finanz­minist erium ernannt, von wo er nach dessen Auflösung, mit allerhöchster Entschließung vom 10. April 1829 dekretiert, in das Depar­tement III der allgemeinen Hofkämmer hei gleichbleibender Tätigkeit versetzt wurde. Hier erhielt er auch zum ersten Mal näheren Einblick in den Archivdienst, der ihm bis­her gewiß fern gelegen war. Dennoch bewarb er sich, nachdem der frühere Archivdirektor, der Schwabe Johann Georg Megerle von Mühl­feld Ende 1831 gestorben war, um diese Stelle, die ihm am 23* Jänner 1832 verliehen wurde. In dieser Position verblieb Grillparzer bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1856. Damals wurde ihm von Kaiser Franz Joseph I. der Hofratstitel verliehen. Die Archivdirektion hat den 100. Todes tag Grillparzers auch zum Anlaß genommen, das Arbeitszimmer des Dichters im zweiten Stockwerk des Hofkammerarchivgebäudes in der Johannesgasse 6, in das er nach dessen

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